„Gott als Tätigkeitswort“: Regionalbischöfin Gorka würdigt Johanniter beim Neujahrsempfang

Nachricht 10. Februar 2026

Mit einem geistlichen Impuls hat Regionalbischöfin Marianne Gorka beim Neujahrsempfang der Johanniter in der St.-Johannis-Kirche in Lüneburg das Engagement des Johanniterordens und seiner Werke gewürdigt.

Lüneburg, 6. Februar 2026 

In ihrem Grußwort dankte sie den Johannitern für ihren Glauben und ihren Dienst an den Menschen und erinnerte an die über 900-jährige Tradition des Ordens, „Kranke zu pflegen, sich der Schwachen anzunehmen und für den christlichen Glauben einzustehen“. 

Der Neujahrsempfang fand am 6. Februar 2026 in der Lüneburger Innenstadtkirche St. Johannis statt. Zu den Gästen gehörten unter anderem Prof. Dr. Johannis von Lüpke für den Johanniterorden, Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch sowie Dr. Inge Voltmann-Hummes als Stellvertreterin des Landrates. Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und den Dienst der Johanniter in Stadt und Region in den Blick zu nehmen. 

„Institutionelle Bekenntniskraft zu Christus“ 

Gorka dankte den Mitgliedern und Mitarbeitenden des Johanniterordens ausdrücklich „für Ihren Glauben“. In einer Zeit, in der Lebensentwürfe und Weltdeutungen „enorme Zentrifugalkräfte entwickeln“, erkenne sie dankbar an, „dass sich in der Johannitergemeinschaft so etwas wie eine institutionelle Bekenntniskraft zu Christus/zum christlichen Glauben ausgeprägt hat“. Ordensregel, Ordensgebet und Leitbild zeigten, dass die geistliche Grundlage nicht Beiwerk, sondern tragendes Fundament des Handelns sei. 

"Ich bin dankbar dafür, dass die Johanniter im wahrsten Sinn ein christliches Armutszeugnis abgeben. Nämlich: Für all jene Menschen einzustehen, die sich selbst nicht genug helfen können."

Regionalbischöfin Marianne Gorka

Die Regionalbischöfin erinnerte daran, dass diakonische Dienste sich zwar oft weniger Kritik gefallen lassen müssten als die verfasste Kirche, dass Kirche aber ein „lebhaftes Interesse“ daran habe, „diakonisches Handeln immer auch im Kontext unseres Auftrages und Glaubens zu sehen“. Die geistliche Rückbesinnung verleihe der Arbeit der Johanniter „Ausstrahlungskraft“. Eine Gemeinschaft wie der Johanniterorden könne nur dauerhaft bestehen, wenn sie sich ihrer geistlichen Wurzeln versichere. 

Ein christliches „Armutszeugnis“ im besten Sinne 

Mit Blick auf den Einsatz für Menschen in Not sprach Gorka von einem positiven „christlichen Armutszeugnis“, das die Johanniter ablegten: „Für alle jene Menschen einzustehen, die sich selbst nicht genug helfen können.“ Sie griff dabei eine Formulierung aus dem Johanniter-Selbstverständnis auf, weil es immer Menschen geben werde, die daran arbeiten wollen, das Leid und das Elend dieser Welt erträglicher zu machen. 

„Glaube ist gottlob mit menschlichen Möglichkeiten nicht messbar“, sagte die Regionalbischöfin. Er sei „im besten Sinne unermesslich“ – wie das leicht zu übersehende Senfkorn. Messbar sei jedoch die Zahl der Menschen, „die sich zu einer Gemeinschaft halten, einer Kirche, einem Orden, einer Hilfsgemeinschaft“. Dafür brauche es „mitunter schon Mut. Eben: Bekennermut“. „Bleiben Sie der Kirche treu“ Mit einem Zitat des Schweizer Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti schloss sie ihr Grußwort: Der Wunsch, „dass Gott ein Tätigkeitswort werde“, erfülle sich im Dienst der Johanniter für hilfsbedürftige Menschen. 

Der Johanniterorden: Verbunden mit der evangelischen Christenheit

Der Johanniterorden und seine Werke verstehen sich als Teil der evangelischen Christenheit und gestalten die Verbindung zu den Kirchen auf allen Ebenen so eng wie möglich. Die 1952 gegründete Johanniter-Unfall-Hilfe ist heute das größte Werk des Ordens. Neben dem Rettungsdienst gehören 94 Altenpflegeeinrichtungen und rund 600 Kindertagesstätten zum Profil der Johanniter. 

Hinzu kommen Fahrdienste für Kinder, Schülerinnen und Schüler sowie für mobilitätseingeschränkte Menschen. International arbeitet der Johanniterorden nicht nur mit dem Malteserorden zusammen, sondern auch eng mit den drei protestantischen Orden des Heiligen Johannes in Großbritannien (Order of St. John), in den Niederlanden (Johanniter Orde in Nederland) und in Schweden (Johanniterorden i Sverige). 

Die Wurzeln der Johanniter reichen zurück in das Jahr 1099, als die Kreuzfahrer Jerusalem eroberten. In einem dem Johannes dem Täufer geweihten Hospital verrichteten Laienbrüder ihren Dienst an armen und kranken Pilgern. Aus dieser Hospitalgemeinschaft entwickelte sich der Johanniterorden, dessen Zielsetzung seit über 900 Jahren unverändert geblieben ist.
 

Geschichte des Johanniterordens

Die Johanniter in Lüneburg

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist in Lüneburg mit dem Ortsverband Lüneburg vertreten. Für Informationen zu Rettungsdienst, Hausnotruf, ambulanter Pflege oder sozialen Angeboten erreichen Sie den Ortsverband unter:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
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Volgershall 186, 21339 Lüneburg

Telefon Zentrale: 04131 75471-0
E-Mail (Pflegebereich): pflege.lueneburg@johanniter.de

Dienststelle Johanniter Lüneburg