Eine Frage, die viele beschäftigt, die sich mit dem Wandel in unserer Kirche auseinandersetzen, ist diese: Was geht – und was bleibt? Bei den Soltauer Gesprächen am 3. Juni 2026 in der Bibliothek Waldmühle hat Regionalbischöfin Marianne Gorka sie ins Zentrum ihres Vortrags gestellt – und damit einen Resonanzraum eröffnet, der weit über den Abend hinausweist. Unter dem Titel „Was geht – was bleibt? Zwischen Wandel und Auftrag. Zur Zukunft der Kirchen in einer säkularen Welt“ entfaltete sie eine Perspektive, die den gegenwärtigen Umbruch weder beschönigt noch dramatisiert, sondern als Herausforderung zur Klärung begreift.
Gemeinsam singen, Gemeinschaft erleben und dabei vielleicht sogar über sich hinauswachsen: Das Mitsingfestival lädt Menschen dazu ein, genau das auszuprobieren. Kai Schöneweiß, Kirchenmusikdirektor (KMD) im Sprengel Lüneburg, spricht über persönliche Erfahrungen, die Idee hinter dem Festival und die Zukunft einer singenden Kirche.
Was bewegt einen Menschen, sich ganz bewusst für die Arbeit mit Jugendlichen in der Kirche zu entscheiden? Für Diakon Caelan Pohland ist es eine Mischung aus eigener Erfahrung, gelebter Gemeinschaft und dem Wunsch, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen sich ausprobieren und entfalten können. Seine eigene Biografie ist eng mit der evangelischen Jugendarbeit verbunden – und prägt bis heute sein Verständnis von Kirche: als Ort der Begegnung, der Offenheit und der Entwicklung.
Nach Stationen in Hannover und Großbritannien beginnt Viviann Bollmeier ihren Dienst in der Arbeit mit Konfirmand:innen und Jugendlichen. Im Interview spricht sie über prägende Erfahrungen, ihre Motivation – und darüber, warum Jugendarbeit für sie vor allem ein Raum für Gemeinschaft, Beteiligung und persönliche Entwicklung ist.
Wie erleben Kinder die Orgel – dieses große, oft geheimnisvolle Instrument? In der Orgelakademie Lüneburg entdecken sie die „Königin der Instrumente“ auf ganz eigene Weise: hörend, fühlend und ausprobierend.
Wer Bachs Johannes- oder Matthäus-Passion liebt, sollte auch die Markus-Passion kennenlernen – selbst wenn sie musikalisch nur fragmentarisch überliefert ist. Kirchenmusikdirektor Dr. Ulf Wellner aus dem Sprengel Lüneburg erklärt im Gespräch, warum gerade dieses unvollständige Werk eine besondere Faszination entfaltet, Trost spenden kann und in krisenhaften Zeiten überraschend aktuell wirkt.
"Kirche hat offene Türen, die noch weiter geöffnet sein dürfen" höre ich oft. Aber was bedeutet das konkret?
Wenn ich mir eine offene Kirche vorstelle, sehe ich am Eingang eine Schutzkerze. Ein Licht, das Menschen, die (sexualisierte) Gewalt und Leid erfahren haben, signalisiert: Wir sehen hin. Wir hören zu. Wir handeln. Ein Gastbeitrag von Frauke Weyhausen.
Mit einer persönlichen und zugleich herausfordernden Frage eröffnete Andreas Behr seine Predigt zur Einführung als Superintendent im Kirchenkreis Gifhorn: „Geht’s euch gut?“ Dieselbe Frage stellte er auch am Ende wieder – nicht aus Routine, sondern mit einer klaren Absicht. Im Gespräch erklärt der 55-Jährige, warum diese Frage für ihn mehr ist als eine freundliche Begrüßung und was sie über seinen Blick auf Kirche und Gemeinschaft verrät.
Wer an einem kühlen Sonnabendmorgen an der Kapelle des Waldfriedhofs in Lüneburg vorbeikommt, wird Zeuge einer besonderen Zeremonie. Dort, wo die Tobiasgemeinschaft vierteljährlich Trauerfeiern abhält, stehen Ehrenamtliche nebeneinander und nehmen Abschied von Menschen, die sonst vielleicht „sang- und klanglos verschwinden“ würden.
Wenn sich am Vorabend des Totensonntags die Türen der St. Johanniskirche in Lüneburg öffnen, weht ein Hauch italienischer Dramatik durch die ehrwürdigen Mauern. Kirchenmusikdirektor Dr. Ulf Wellner, der das monumentale Requiem von Giuseppe Verdi am 22. November leitet, verspricht eine emotionale Reise durch die ganze Palette menschlicher Gefühle – von Trauer und Trost bis zu Freude und Hoffnung.
Wenn das Unerwartete eintritt, bleibt oft kaum Zeit zum Atmen. Gerade dann ist jemand gefragt, der inmitten von Chaos und Schmerz Halt und Orientierung bietet. Pastor Bernd Paul aus dem Wendland nimmt diese Rolle ernst – als Notfallseelsorger begleitet er Menschen in den dunkelsten Stunden ihres Lebens.
Julia Nikolaus ist Schulpastorin an der Berufsschule in Gifhorn – ein Amt, das für sie weit mehr bedeutet als Unterricht zu erteilen. Mit viel Herz und Einfühlungsvermögen begleitet sie junge Menschen nicht nur in ihrem Glauben, sondern auch in persönlichen Krisen und Lebensumbrüchen. In einem interreligiösen und oft herausfordernden Umfelds schafft sie Räume für Trost, Austausch und Orientierung.
Wenn Barbara Schink dieser Tage auf ihre Jahre im Kirchenkreis Lüneburg zurückschaut, dann geschieht das mit Dankbarkeit – und mit Wehmut. Fast vier Jahrzehnte war sie als Diakonin verantwortlich für Kinder und Jugendliche, nun geht sie in den Ruhestand.
Am 5. Juli 2025 wurde Paulina Pacholak in Gifhorn von Regionalbischöfin Marianne Gorka ordiniert – als eine der wenigen Pastorinnen polnischer Herkunft in der Landeskirche Hannovers. In Polen ist die Mehrheit katholisch, Frauenordination in der evangelischen Kirche sind dort erst seit Kurzem möglich. Im Gespräch erzählt sie, was sie an ihrem Beruf begeistert, warum sie in Leipzig Theologie studiert hat und wie sie ihre Prägung aus Polen in die Arbeit vor Ort einbringt.
Als Kind spielte Bjarne Schlagzeug in Rock- und Metalbands. Heute – mit 20 Jahren – sitzt er regelmäßig an der Kirchenorgel und gestaltet etliche Gottesdienste im Jahr. Darüber hinaus studiert er nun Kirchenmusik.
Die Lüneburger Heide gilt als Hotspot für völkische Siedler:innen und rechtsextreme Netzwerke. Dominique Haas, Rechtsextremismusbeauftragter des Landkreises Lüneburg, spricht im Interview über die Besonderheiten der Szene, ihre religiösen Bezüge, die Rolle der Kirche und gibt praktische Handlungsempfehlungen für Gemeinden und Engagierte.
Ob Gottesdienste, Religionsunterricht, die Begleitung alter Menschen oder die Arbeit in Kindertagesstätten: Die evangelische Kirche übernimmt mit ihren Einrichtungen und Angeboten zahlreiche religiöse, gesellschaftliche und diakonische Aufgaben. Möglich wird dieses breite Engagement vor allem durch ein bewährtes Finanzierungsmodell – die Kirchensteuer.
Vielleicht kennen Sie das: Sie lesen den x-ten Artikel darüber, wie man mehr für sein glückliches Leben tun kann. Dabei spüren Sie, wie Unmut in Ihnen aufsteigt, und fragen sich: Ausgerechnet jetzt? „Wir haben Krieg – praktisch vor der Tür, die Politik gerät völlig aus den Fugen, viele Menschen kämpfen existenziell, weil wir mitten in einer Wirtschaftskrise stecken, und da soll ich mich mit meinem persönlichen Glück beschäftigen? – Absurd!“ „Glück ist doch absoluter Luxus und kommt erst ganz am Schluss, wenn die wichtigen Probleme gelöst sind ... oder?“
Lesen Sie den Gastbeitrag von Schauspielerin und Glückstrainerin Katja Frenzel.
Am 30. März wurde Paula Schroeb in der Gifhorner St. Nicolai-Kirche feierlich als Diakonin eingeführt. Seit Oktober 2024 verantwortet sie die Jugendarbeit in Gifhorn Mitte und bringt dort ihre vielfältigen Erfahrungen und ihr Engagement für Gerechtigkeit ein. Ihr Einsegnungsvers aus der Bergpredigt betont die Sehnsucht nach einer gerechteren Welt. Licht und Gerechtigkeit sind zentrale Leitmotive ihrer Arbeit mit Jugendlichen. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, Ziele und ihre Vision für die kirchliche Jugendarbeit.
Am 4. Mai 2025 haben sich zahlreiche Gäste im Fürstensaal des Lüneburger Rathauses versammelt, um an die Teilkapitulation der deutschen Wehrmacht vor 80 Jahren auf dem Timeloberg in Lüneburg zu erinnern. Der Festakt, zu dem die Hansestadt Lüneburg gemeinsam mit der Projektgruppe Timeloberg eingeladen hatte, stand unter dem Zeichen des Gedenkens und der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Pastor Diederik Noordveld, der die Gedenkrede hielt, nahm auf der Gedenkfeierr seine Einbürgerungsurkunde entgegen.
Am 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen kamen Überlebende, Nachkommen, Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Gesellschaft zusammen, um der Opfer zu gedenken und gemeinsam gegen das Vergessen einzustehen. Regionalbischöfin Marianne Gorka war als Vertreterin des Sprengels Lüneburg vor Ort. Im Interview spricht sie über persönliche Eindrücke, die Verantwortung der Kirche und die Kraft der Erinnerung – und wählt dabei Worte, die nachhallen.
Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion gilt als eines der erhabensten Werke der Musikgeschichte. Am Karfreitag, dem 18. April 2025, wird dieses Meisterwerk in der St. Johanniskirche Lüneburg aufgeführt – ein Ereignis, das weit über eine bloße Konzertdarbietung hinausgeht. Im Gespräch mit Dr. Ulf Wellner, Kirchenmusikdirektor im Sprengel Lüneburg und musikalischer Leiter der Aufführung, entfaltet sich die faszinierende Vielschichtigkeit dieses Werkes, das Trauer, Hoffnung und Trost auf besondere Weise verbindet.
Am Gründonnerstag erinnert die christliche Tradition an das letzte Abendmahl Jesu – ein Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Pastor Johannes Luck möchte diese besondere Gelegenheit genutzt, um mit der Aktion „Ein Tisch für alle“ ein Zeichen gegen Polarisierung und für Dialog zu setzen. Im Interview spricht er über die Hintergründe, Ziele und Herausforderungen dieser Aktion, die Menschen unterschiedlicher Meinungen und Hintergründe an einen Tisch bringen soll.
Am 30. März um 18 Uhr erklingt in der Michaeliskirche Lüneburg die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Kirchenkreis-Kantor Henning Voss bereitet derzeit gemeinsam mit der Kantorei St. Michaelis und dem Ensemble Reflektor eine Aufführung vor, die nicht nur musikalisch berührt, sondern auch emotional anrühren soll. Im Gespräch erläutert Voss, was diese Passion so besonders macht und warum Bachs Musik auch heute noch so unmittelbar ans Herz geht.
Auch die kirchliche Jugendarbeit steht vor der Herausforderung, ihren Platz in diesen digitalen Räumen zu finden. Ist Social Media eine Brücke zwischen Kirche und Jugend oder ein fragwürdiges Spielfeld kommerzieller Algorithmen?
Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und lädt Gläubige ein, sich auf eine 40-tägige Reise des bewussten Verzichts zu begeben. Diese Tradition, die in allen großen Religionen verankert ist, hat im Christentum eine besondere Bedeutung als Zeit der Vorbereitung auf Ostern.
Vielfalt ist in aller Munde. Doch was bedeutet sie konkret? Und welche Rolle spielt sie im kirchlichen Kontext? Frauke Weyhausen engagiert sich seit vielen Jahren im queeren und im kirchlichen Bereich. Als Netzwerkerin und Aktivistin setzt sie sich insbesondere für ein respektvolles Miteinander ein. Im Interview erläutert sie, warum Vielfalt für sie ein christliches Leitmotiv ist und wie sie sich politisch auswirkt.
Lüneburg ist bekannt für sein Salz – doch vor 400 Jahren gab es einen weiteren Exportschlager: Bibeln aus der Stern’schen Druckerei. Diese gedruckten Meisterwerke fanden ihren Weg durch ganz Europa, oft reich bebildert und in Fässern verpackt, um den Transport zu erleichtern. Das Museum Lüneburg widmet diesem historischen Kapitel der Stadt seit Herbst 2024 eine beeindruckende Sonderausstellung: „Bilder! Das Salz der Bibeln“.
„Die Frage, was hättest du damals getan, wird zur Frage, was tust du jetzt.“ Kürzlich demonstrierte in Dahlenburg ein buntes Bündnis für Demokratie anlässlich einer Wahlkampveranstaltung der AfD statt. Pastorin Sandra Golenia, eine engagierte Stimme der evangelischen Kirche, hielt eine bemerkenswerte Rede, in der sie verdeutlichte, warum Kirche sich auch in politischen Fragen positionieren muss.
„Ein Tempolimit auf Autobahnen von 110 Stundenkilometern ist im Namen des Lebens zumutbar. Wir müssen etwas tun. Raushalten geht nicht. Wir sind bisher zu leise“, das sagt Dieter Haupt, Mitglied der Synode des Kirchenkreises. Die Synode des evangelischen Kirchenkreises fordert deshalb künftig alle zuständigen Personen, Gremien und Institutionen auf, sofort die gesetzlichen Grundlagen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h auf Autobahnen zu schaffen und diese danach auch umzusetzen.
Im Herzen des historischen Weihnachtsmarktes von St. Michaelis zieht jedes Jahr eine außergewöhnliche Ausstellung zahlreiche Besucher:innen in ihren Bann: die Krippensammlung von Mechthild und Hans Karl Henne. Doch wer hier eine beliebige Sammlung von Weihnachtskrippen erwartet, wird von der tiefen persönlichen Bedeutung dieser Ausstellung überrascht.
„Bachs Weihnachtsoratorium ist ein Klassiker – aber es gibt auch andere Meisterwerke, die die Weihnachtszeit musikalisch erstrahlen lassen!" In diesem Interview spricht Kirchenmusikdirektor Dr. Ulf Wellner über das Weihnachtskonzert der Kantorei St. Johannis in Lüneburg und erläutert, warum Heinrich Schütz’ Weihnachtshistorie und die Choral-Konzerte von Michael Praetorius hervorragende Alternativen sind.
Was haben Taylor Swift, Star Wars und Harry Potter mit Theologie zu tun? Der junge Pastor Patrick Haase aus der Gemeinde Knesebeck nutzt Popkultur-Theologie, um den Glauben in die Lebenswelt der Menschen zu tragen. Wie genau das funktioniert und warum dies nicht nur junge Menschen anspricht, erzählt er im Interview.
Wie schon während der Olympischen Spiele ist die Seelsorge der katholischen und evangelischen Kirche gemeinsam mittendrin und bietet seelsorgerische Unterstützung für das deutsche Team Paralympics an. Elisabeth Keilmann, Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, und Christian Bode, Paralympics-Pfarrer der EKD, werden in Paris rund um die Uhr für die gesamte deutsche Mannschaft, aber auch für deren Familien und Freunde erreichbar sein.
Pfarrer Thomas Weber und Christian Bode sind Evangelische Pfarrer und begleiten im Auftrag der EKD bei den Olympischen Spielen, Paralympics und den Weltspielen der Studierenden / Universiaden Sportler*innen und Teammitglieder der deutschen Mannschaften. In diesem Interview berichten sie davon, wie sie dazu gekommen sind, wie sie dort arbeiten und welche Erlebnisse und Eindrücke für sie besonders prägend waren.
Der 20. Juli ist der Tag des Widerstands gegen den Nationalsozialismus schlechthin. Auch jetzt ist die Zeit, sich zu erinnern und sich mit den aktuellen Geschehnissen auseinanderzusetzen. 80 Jahre nach dem Attentat auf Hitler ist Widerstand ein großes Thema.
Ellen Ringshausen ist ehrenamtliche Pastorin im Ruhestand. Sie ist außerdem die Tochter von Alexander von Voß, einem der Widerstandskämpfer, die am 20. Juli 1944 ein Attentat auf Hitler verübten. Warum sie und die Nachkommen der anderen Kinder der Widerstandskämpfer lange als "Verräterkinder" galten, erzählt sie im Interview.