Wolfsburg gedenkt US-Luftwaffenpiloten Sidney A. Benson

Nachricht 02. Juli 2024

Genau 80 Jahre ist es her, dass in Wolfsburg der US-Luftwaffenpilot Sidney A. Benson Opfer eines Lynchmordes wurde. Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerten Kirche und der Volkswagen-Betriebsrat an diese dunkle Stunde der Wolfsburger Geschichte.

Gemeinsam für Frieden und Menschlichkeit

"Was ihm widerfahren ist, ist nicht mehr als menschlich zu bezeichnen", sagte die Lüneburger Regionalbischöfin Marianne Gorka bei der Gedenkstunde. Es sei wichtig, sich an das Unmenschliche zu erinnern, um das Menschliche wieder hervorzubringen und zu stärken. Gorka rief dazu auf, gemeinsam gegen Hass, Feindseligkeiten und Radikalismus einzutreten, damit solche Ereignisse nie wieder geschehen. „Den Anfang machen Einzelne. Den Anfang befeuert ein System, dass diese zunehmende Radikalisierung nicht ahndet. Den Anfang ermöglicht das Fehlen jeglichen Unrechtsbewusstseins. So dass selbst Kriegsregeln nicht mehr greifen und Menschen der absoluten Willkür anderer ausgesetzt sind.“

Auch Pastor Frank Morgner von der Stadtkirchengemeinde Wolfsburg appellierte dafür, sich auf Frieden und friedvolles Miteinander zu besinnen. „Das schreckliche Schicksal des Einen erinnert uns zugleich an unzählige andere Schicksale von Menschen, die damals wie heute leiden unter Hass und Feindseligkeiten und die damals wie heute sterben durch Krieg und Gewalt.“ Es gelte, die, die Erinnerung an die einzelnen Schicksale zu bewahren, und zugleich selbst zu Werkzeugen des Friedens in der Welt zu werden.

Auch Pastor Frank Morgner von der Stadtkirchengemeinde Wolfsburg appellierte dafür, sich auf Frieden und friedvolles Miteinander zu besinnen. „Das schreckliche Schicksal des Einen erinnert uns zugleich an unzählige andere Schicksale von Menschen, die damals wie heute leiden unter Hass und Feindseligkeiten und die damals wie heute sterben durch Krieg und Gewalt.“ Es gelte, die, die Erinnerung an die einzelnen Schicksale zu bewahren, und zugleich selbst zu Werkzeugen des Friedens in der Welt zu werden.

So etwas soll nie wieder passieren

Teil der Gedenkveranstaltung war auch eine Kranzniederlegung an der Stele für Sidney A. Benson, die bereits seit Dezember 2019 am Reislinger Markt in Wolfsburg steht. Die Stele soll dazu beitragen, die Geschichte der Stadt und das Bewusstsein für die schrecklichen Ereignisse von damals wachzuhalten.

Die Veranstaltung endete mit einem Appell, sich gemeinsam für Frieden, Demokratie und Menschlichkeit einzusetzen. Alle Rednerinnen und Redner betonten, dass es wichtiger denn je ist, nicht zu vergessen, sondern zu verhindern, dass sich ein unmenschliches System erneut durchsetzt. „Wir sollten diejenigen, die auch heute die Demokratie bedrängen, die Feindbilder schüren und dem Radikalismus frönen, zum Schweigen bringen. Gemeinsam. Damit so etwas nie wieder passiert“ , rief Regionalbischöfin Gorka auf.

Hintergrundinformationen

Organisiert wurde die Veranstaltung, die am 29. Juni stattfand, von der Wolfsburger Stadtkirchengemeinde. Sie stand unter der Schirmherrschaft des Betriebsrats der Volkswagen AG. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kirche waren anwesend, darunter Daniela Cavallo, Vorsitzende des VW-Betriebsrates, Minister Falko Mohrs (SPD), Immacolata Glosemeyer, Abgeordnete (SPD) des niedersächsischen Landtages, Professor Dr. Manfred Grieger, ehemaliger Chefhistoriker der Volkswagen AG, Regionalbischöfin Marianne Gorka sowie Frank Morgner, Pastor der Stadtkirche Wolfsburg.

Sidney A. Benson gehörte zu einem Geschwader, das am 29. Juni 1944 das Volkswagenwerk in Wolfsburg angriff. Obwohl sein Bomber abgeschossen wurde, gelang es ihm, aus dem brennenden Flugzeug zu entkommen und mit dem Fallschirm sicher zu landen. Doch nach der Landung wurde er von Wolfsburger Bürgerinnen und Bürgern gefangen genommen und brutal misshandelt. Im Krankenhaus wurde ihm die dringend benötigte Hilfe verweigert, wo er schließlich starb.