Neuer Kirchenmusikdirektor Dr. Ulf Wellner feierlich an der St. Johanniskirche in Lüneburg eingeführt

Nachricht 19. Juni 2024

Am Sonntag, den 16. Juni 2024, wurde Dr. Ulf Wellner offiziell in sein Amt als Kirchenmusikdirektor im Sprengel Lüneburg eingeführt. Seinen Dienst hatte er bereits im Dezember 2023 angetreten, nachdem sein Vorgänger Joachim Vogelsänger nach 21 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Die Veranstaltung in der St. Johanniskirche war geprägt von festlichen Bach-Kantaten und Orgelspiel sowie bewegenden Grußworten, die den Beginn einer neuen Ära für die Kirchenmusik im Sprengel Lüneburg markieren. In ihrer Predigt sagte Regionalbischöfin Marianne Gorka: „Ulf Wellner wird uns mit seinem Wirken musikalisch erden und himmlisch beflügeln.“ Vom neuen Kirchenmusikdirektor würden wir Dankbarkeit für die Musik lernen, die ein Geschenk Gottes ist.

Ulf Wellner bringt eine beeindruckende musikalische und akademische Laufbahn mit sich. Erste Erfahrungen sammelte er bereits als Kind im Knabenchor Hannover. Zwischen 1996 und 2003 studierte er Kirchenmusik in Leipzig und Antwerpen. Danach folgten Stationen als interimistischer Universitätsmusikdirektor in Leipzig (2004–2005) und als Kantor in verschiedenen bedeutenden Kirchen Deutschlands, darunter die Leipziger Kirchengemeinde Connewitz-Lößnig, St. Jacobi in Lübeck und St. Martini in Minden. Parallel dazu war Wellner von 2015 bis 2023 als Dozent für Musikgeschichte und Künstlerisches Orgelspiel an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford tätig.

Sonderprojekt Restaurierung der historischen „Bach-Böhm-Orgel“

In seiner neuen Rolle als Kirchenmusikdirektor der St. Johanniskirche übernimmt Wellner zahlreiche Aufgaben. So wird er beispielsweise die musikalischen Aktivitäten im Sprengel (Kirchenbezirk) leiten, Chöre und Orchester dirigieren, Konzerte organisieren und die musikalische Ausbildung fördern. Ein besonderes Projekt in seiner Verantwortung ist die bevorstehende Restaurierung der großen historischen Bach-Böhm-Orgel der St. Johanniskirche, die nächstes Jahr beginnen soll. Zur Wiedereinweihung in etwa vier Jahren plant Wellner ein großes Musikfestival.

Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch betonte in ihrem Grußwort an den neuen Kirchenmusikdirektor die Bedeutung der Kirchengemeinden in Lüneburg für die musikalische und kulturelle Vielfalt der Bürger:innen und verwies darauf, dass Wellners „Begeisterungsfähigkeit“ überall sehr geschätzt werde. Sie betonte, dass die evangelische Kirche im Sprengel zeige, „wie Wandel und Übergang“ gehen. So habe sie etwa beobachtet, dass viele Menschen „eine Extra-Meile gegangen sind.“ Es sei offensichtlich: „Das Team Kirche steht.“ In Anlehnung an Ulf Wellners Begeisterung für die Bach-Böhm-Orgel überreichte sie ihm im Namen des Stadtrates als Willkommensgeschenk eine historische Zeichnung dieser Orgel.

Wellners Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Norddeutschen Barock, Johann Sebastian Bach und Michael Praetorius. Sein erstes Konzert als Kirchenmusikdirektor war die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach am 16. Dezember 2023, für die er viel Anerkennung bekam. Er plant, alle Musikepochen im Programm zu vertreten und freut sich, dass das Lüneburger Publikum auch Interesse an weniger populären Stücken zeigt.

Hintergrund: Kirchenmusik in der evangelischen Kirche Deutschlands – ein Gemeinschaftserlebnis

Laut der der 6. Kirchenmitgliederumfrage (KMU) schätzen 81 Prozent der Teilnehmenden beim Gottesdienstmusik vor allem das ästhetisch ansprechende Erleben „des Kirchenraums, der Musik, der ganzen Atmosphäre“. Kirchenmusikalische Betätigungsmöglichkeiten erweisen sich somit als wichtiges Element der Mitgliederorientierung und -stabilisierung.

Die Zukunft der Kirchenmusik in Haupt-, Neben- und Ehrenamt war deshalb auch ein wichtiges Thema der zehnten Tagung der 26. Landessynode im Juni dieses Jahres. Die Landessynode stimmt dafür, einen neuen Kirchenmusik-Entwicklungsplan umzusetzen.  Dabei soll es sowohl um eine Bestandsaufnahme zur Kirchenmusik in der Landeskirche gehen als auch um einen Plan, wie die Kirchenmusik für die Zukunft strategisch gut aufgestellt und zukunftsweisend ausgerichtet ist. Innerhalb der Landeskirche gilt dieser Plan als sogenanntes Fokusprojekt.