In diesem Februar konstituiert sich die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Viele Synodale wurden neu gewählt – und bringen frische Perspektiven, Erfahrungen und Erwartungen mit. Wir haben mit Anna Kempe, Alisa Koopmann und Simone Uhlemeyer-Junghans über ihre Motivation, ihre Themen und ihre Vision von Kirche gesprochen.
Warum haben Sie für die 27. Landessynode kandidiert?
Anna Kempe (Pastorin im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg): Ich war bereits Mitglied der 26. Landessynode und habe gemerkt, dass mir Gremienarbeit Spaß macht und ich Kirche aktiv mitgestalten möchte. Ich finde es wichtig, dass wir die Entwicklungen unserer Kirche nicht nur beobachten, sondern verantwortlich mitentscheiden.
Alisa Koopmann (operative Einkäuferin im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg): Mir ist besonders wichtig, dass auch die Stimmen junger Menschen außerhalb der Landesjugendsynode gehört werden. Dafür setze ich mich ein. Seit 13 Jahren engagiere ich mich in der Kinder- und Jugendarbeit in unserem Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg – und ich möchte diese Perspektiven in die Landessynode einbringen.
Simone Uhlemeyer-Junghans (Pastorin im Kirchenkreis Winsen/Luhe): Als Pastorin in einer kleinen Kirchengemeinde habe ich in den letzten Jahren erlebt, wie stark sich Gemeindearbeit und die Rolle der Kirche verändern – und wie schnell. Ich möchte dazu beitragen, gute Voraussetzungen zu schaffen, damit wir weiterhin ein inspirierendes Netzwerk Kirche sein können.
Welche Themen sind Ihnen wichtig?
Koopmann: Ein respektvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen liegt mir sehr am Herzen – damit wir unsere Arbeit möglichst lange gut fortführen können. Und natürlich setze ich mich besonders für die Anliegen junger Menschen ein.
Junghans: Für mich ist die diakonische Arbeit zentral – vor allem das Thema Einsamkeit. Einsamkeit wird in unserer Gesellschaft immer größer. Wir müssen Wege finden, wie Menschen wieder in Gemeinschaft kommen können. Kirche kann und sollte hier eine wichtige Rolle spielen.
Kempe: Mich bewegt die Frage: Wie geht Kirche, wenn weniger Mittel zur Verfügung stehen? Welche Regelungen brauchen wir – und welche vielleicht nicht mehr? Außerdem ist mir wichtig, dass wir uns auch mit ernsten Themen wie Macht und sexualisierter Gewalt reflektiert und selbstkritisch auseinandersetzen.
Wie sieht für Sie die ideale Kirche der Zukunft aus?
Junghans: Ich wünsche mir eine Kirche, die inspiriert, die zuhört und auf Menschen zugeht. Nicht nur im Gottesdienst am Sonntag von 10 bis 11 Uhr – sondern so, dass unser ‚Gottesdienst‘ von Sonntag 11 Uhr bis zum nächsten Sonntag 10 Uhr dauert. Also eine Kirche, die ihren Glauben im Alltag lebt.
Kempe: Die Kirche der Zukunft ist bunt, fröhlich und lebendig. Sie nimmt die Menschen – und auch sich selbst – ernst. Sie geht reflektiert mit Herausforderungen um und ist bereit, sich selbstkritisch zu hinterfragen.
Koopmann: Sie ist lebendig, bunt und schaut nach vorne. Wir sollten über den Tellerrand hinausblicken, offen sein für neue Methoden und Ansätze – und nicht nur sagen: ‚Das haben wir immer schon so gemacht.‘ Veränderung gehört dazu.