„Wir brauchen eine Kirche, die alle Stimmen ernst nimmt.“

Nachricht 19. März 2026

In diesem Februar hat sich die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers konstituiert. Viele Synodale wurden neu gewählt und bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mit.

Einer von ihnen ist Tom Ziggel aus dem Kirchenkreis Uelzen. Im Interview spricht er über seine Motivation, zentrale Herausforderungen und seine Vision für die Kirche der Zukunft.

Warum haben Sie für die 27. Landessynode kandidiert?

Tom Ziggel: Unsere Kirche steht vor großen Herausforderungen – etwa sinkenden Mitgliederzahlen und dem demografischen Wandel. Auch unsere Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen werden älter.

Ich bin überzeugt, dass wir diese Aufgaben nur gemeinsam bewältigen können. Die Landessynode kann wichtige Weichen stellen, damit Kirchengemeinden und Kirchenkreisämter vor Ort gut arbeiten können und kirchliches Leben auch in Zukunft gelingt. Daran möchte ich mitwirken.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Ziggel: Ein zentrales Anliegen für mich ist Gleichberechtigung – zwischen allen Geschlechtern und auch mit Blick auf marginalisierte Gruppen. Jeder Mensch soll sich gehört fühlen und eine Stimme haben, die ernst genommen wird.

Auch LGBTQ-Themen sind mir wichtig. Wenn wir eine zukunftsfähige Kirche sein wollen, müssen wir offen und inklusiv denken und handeln.

Wie sieht für Sie die ideale Kirche der Zukunft aus?

Ziggel: Die Kirche der Zukunft ist offen für alle Menschen – unabhängig davon, wo sie herkommen, welches Geschlecht sie haben oder wie sie leben.
Sie begegnet den Menschen auf Augenhöhe und bleibt gleichzeitig eine verlässliche Größe im Leben – auch wenn sie sich immer wieder verändert. Für mich ist sie eine Konstante, die sich weiterentwickelt.

Hintergrund: Die 27. Landessynode

Die gewählten Mitglieder der 27. Landessynode mit Regionalbischöfin Marianne Gorka. (Foto: Jens Schulze/EMA)

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche. Sie stellt die entscheidenden Weichen für Gesetzgebung, Haushalt und kirchliche Leitung. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren, einem Verhältnis von 52 Prozent Männern und vielen neu gewählten Mitgliedern präsentiert sich die 27. Landessynode vergleichsweise jung und dynamisch.

Die gewählten Mitglieder aus dem Sprengel Lüneburg gehören zu den Wahlkreisen 5 und 6. Zum Wahlkreis 5 zählen die Kirchenkreise Hittfeld, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und Winsen/Luhe. Hier wurden Birgit Thiemann als beruflich Mitarbeitende, die ordinierten Pastorinnen Anna Kempe und Simone Uhlemeyer-Junghans sowie die Ehrenamtlichen Friedo Hansen, Alisa Koopmann, Tobias Mittrach und Sophie Amélie Paulig gewählt.

Im Wahlkreis 6 sind die Kirchenkreise Celle, Gifhorn, Soltau, Walsrode und Wolfsburg-Wittingen zusammengeschlossen. Die dort gewählten Mitglieder sind der beruflich Mitarbeitende Harald Schilbock, die ordinierten Pastor:innen Franziska Baden und Christian Nickel sowie die Ehrenamtlichen Jakob Gieseking, Ann-Sophie Saar, Hendrik Wolf-Doettinchem und Tom Ziggel. Gemeinsam bringen sie die unterschiedlichen Perspektiven und Herausforderungen der vielfältigen Regionen des Sprengels Lüneburg in die Landessynode ein.

Die Landessynode tagt in der Regel zweimal jährlich öffentlich im DIAKOVERE Henriettenstift in Hannover.

 

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