„Ich bin allem gewachsen“: Viviann Bollmeier als Diakonin eingesegnet

Pressemitteilung 15. April 2026

Am 12. April 2026 hat Regionalbischöfin Marianne Gorka Viviann Bollmeier in der St.-Marien-Kirche Scharnebeck in ihr Amt als Diakonin eingesegnet. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort aus Philipper 4,13: „Ich bin allem gewachsen durch den, der mich stark macht.“

Scharnebeck, 12. April 2026

Viviann Bollmeier wird künftig in der Zukunftsgemeinschaft Mitte des Kirchenkreises Lüneburg für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie Jugendlichen tätig sein. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Politikwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover, bevor sie sich für ein Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit an der Hochschule Hannover entschied, das sie 2024 mit dem Bachelor abschloss. Ihr beruflicher Weg verbindet damit theologische, pädagogische und soziale Perspektiven, die sie in ihrer Arbeit mit jungen Menschen zusammenführen möchte.

Jugendliche begleiten und beteiligen

„An der Arbeit mit jungen Menschen finde ich besonders schön, sie in einem bedeutsamen Lebensabschnitt begleiten zu dürfen und ihnen in Angeboten der Jugendarbeit zu ermöglichen, ihre Stärken zu entdecken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln, fernab vom Leistungsdruck, zum Beispiel in der Schule“, sagt Bollmeier. Wichtig sei ihr, dass Jugendarbeit nicht nur Inhalte vermittle, sondern auch Beziehung, Beteiligung und Orientierung ermögliche. „Ich möchte in meiner Arbeit also auch einen Raum schaffen, in dem Konfis und Jugendliche miteinander Gemeinschaft leben können und Möglichkeiten zur Partizipation und Orientierung finden“, so die Diakonin.

„Du musst nicht alles aus dir selbst heraus können. Christus in dir befähigt dich, stattet dich aus mit Kraft und Begabungen.“

Regionalbischöfin Marianne Gorka

Zuspruch für den neuen Dienst

Regionalbischöfin Marianne Gorka stellte in ihrer Predigt die Ermutigung in den Mittelpunkt, die mit dem Dienst als Diakonin verbunden ist. „Du musst nicht alles aus dir selbst heraus können. Christus in dir befähigt dich, stattet dich aus mit Kraft und Begabungen“, sagte sie in ihrer Ansprache. Der neue Dienst sei nicht als zusätzlicher Leistungsdruck zu verstehen, sondern als Weg im Vertrauen darauf, dass Menschen nicht allein auf ihre eigene Stärke angewiesen sind.

Auch für Viviann Bollmeier selbst ist das Bibelwort aus Philipper 4,13 eng mit diesem Tag verbunden. „Ich bin allem gewachsen durch den, der mich stark macht. Dieser Vers erinnert mich daran, dass Gott mich stark macht und macht mir Mut“, sagt sie. Mit der Einsegnung verbinde sie den Eindruck, nun wirklich in ihrem Beruf angekommen zu sein.

Dazu gehöre auch, Kirche als Ort zu erfahren, an dem Fragen ausdrücklich erlaubt seien. Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, sich eine eigene Meinung zu bilden und Glauben lebensnah zu entdecken. Genau darin sieht Bollmeier einen Kern ihrer künftigen Aufgabe: junge Menschen ernst zu nehmen, sie zu stärken und ihnen zuzutrauen, eigene Wege zu gehen.

"Gemeinschaftserfahrungen auf Sommerfreizeiten und die Erfahrung, als Jugendliche gehört und beteiligt zu werden, Das möchte ich auch weitergeben."

Diakonin Viviann Bollmeier

Prägende Gemeinschaftserfahrungen als Jugendliche

Ihr Weg in die Kirche begann früh im Ehrenamt. Prägend waren für sie Gemeinschaftserfahrungen auf Sommerfreizeiten und die Erfahrung, als Jugendliche gehört und beteiligt zu werden. Daraus sei der Wunsch gewachsen, selbst Verantwortung zu übernehmen und etwas von dieser Haltung weiterzugeben. „Das möchte ich auch weitergeben“, sagt Bollmeier.
Der Gottesdienst wurde musikalisch von Orgel, Posaunenchor Scharnebeck und Flötenkreis gestaltet. Bollmeiers Familie sowie vier Segenspat:innen begleiteten die 25-Jährige.

Hintergrund: Die Einsegnung

Viviann Bollmeier kurz vor ihrer Einsegnung zur Diakonin in der St. Marienkirche Scharnebeck. (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Diakoninnen und Diakone nehmen einen besonderen Dienst im Gesamten der Kirche wahr. Er ist allen Getauften als tätige Nächstenliebe aufgetragen. 

Sie werden dazu zu einem hervorgehobenen Dienst berufen: Sie sind Sozialarbeiter:in, Seelsorger:in, Religions- und Gemeindepädagog:in. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Zielgruppen und Formen kirchlicher Arbeit. In der Verbindung von religionspädagogischer und sozialer Profilierung tragen sie zur Verortung der Kirche in ihrer Umgebung bei. 

Diakoninnen und Diakone werden ebenso zum Amt der öffentlichen Verkündigung in Wort und Sakrament berufen – Voraussetzung sind die persönliche Bereitschaft und nachgewiesene Befähigung; dann sind sie zur selbstständigen öffentlichen Verkündigung und zur Leitung von Abendmahlsfeiern berechtigt. 

Interview mit Viviann Bollmeier

Diakonin Viviann Bollmeier (Kirchenkreis Lüneburg), Foto: Jens Schulze (EMA)

"Ich verstehe Konfi- und Jugendarbeit nicht nur als Ort der Wissensvermittlung, sondern als Lebens- und Beziehungsraum. Mir ist wichtig, dass Jugendliche hier Gemeinschaft erleben, sich einbringen können und Orientierung finden", sagt Viviann Bollmeir im Interview.

Das vollständige Gespräch lesen Sie in unserer Rubrik "Kirche und Gesellschaft".

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