Zwischen Hörsaal, Kanzel und Heide: Drei Perspektiven für die 27. Landessynode

Nachricht 25. Februar 2026

Vom 18. bis 21. Februar 2026 hat sich die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers konstituiert. Viele Synodale wurden neu gewählt, andere bringen bereits Erfahrung aus der vorherigen Amtszeit mit. Gemeinsam tragen sie Verantwortung für Gesetzgebung, Haushalt und die strategische Ausrichtung der Landeskirche in den kommenden Jahren.

Mit Jakob Gieseking, Franziska Baden und Friedo Hansen treffen unterschiedliche Generationen, Berufswege und regionale Perspektiven aufeinander – vom Studierenden mit betriebswirtschaftlichem Blick über die engagierte Pastorin bis hin zum Vertreter des ländlichen Raums. Was treibt sie an? Welche Themen wollen sie bewegen? Und wie stellen sie sich Kirche in Zukunft vor?

Warum haben Sie für die 27. Landessynode kandidiert?

Jakob Gieseking (Kirchengemeinde Altencelle, Kirchenkreis Celle): Ich studiere Betriebswirtschaftslehre in Hannover und engagiere mich ehrenamtlich als stellvertretender Vorstandsvorsitzender in meiner Kirchengemeinde Altenzelle. Ich möchte die Chance nutzen, an der Veränderung unserer Kirche mitzuwirken und meine wirtschaftliche Expertise auf landeskirchlicher Ebene einzubringen.

Franziska Baden (Pastorin im Kirchenkreis Celle): Vor sechs Jahren habe ich gesagt: Ich möchte nicht nur meckern, sondern auch machen. Deshalb engagiere ich mich seitdem in der Landessynode – und das mit großer Freude. Die Kirche der Zukunft ist noch nicht so, wie ich sie mir vorstelle. Darum möchte ich weiter an den richtigen Stellschrauben drehen und Verantwortung übernehmen.

Friedo Hansen (Kirchengemeinde Handeloh, Kirchenkreis Hittfeld):
Ich möchte, dass die Kirche lebendig bleibt und der christliche Glaube auch an die nächste Generation weitergegeben wird. Besonders wichtig ist mir, dass das Ehrenamt gestärkt wird und dass der ländliche Raum nicht aus dem Blick gerät.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Baden: Ich arbeite sehr gern in der Kinder- und Jugendarbeit mit und war im entsprechenden Ausschuss tätig. Junge Menschen und Familien müssen in unserer Kirche ihren Platz finden. Gleichzeitig beschäftigt mich die Frage, wie wir gute Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden schaffen und verlässlich Kirche vor Ort sein können.

Hansen: Die Mittel der Landeskirche dürfen nicht nur in Hannover, Hildesheim oder Loccum eingesetzt werden. Es gibt auch den ländlichen Raum. Menschen auf dem Land müssen genauso die Möglichkeit haben, ihren Glauben zu leben und kirchliche Gemeinschaft zu erfahren. Die Peripherie darf nicht vergessen werden.

Gieseking: Mir liegen besonders die Themen Personal und Öffentlichkeitsarbeit am Herzen. Kirche soll in unserer Gesellschaft positiv wahrgenommen werden – und das haben wir selbst in der Hand. Außerdem braucht es kluge Strukturen, damit wir zukunftsfähig bleiben

Wie sieht für Sie die ideale Kirche der Zukunft aus?

Hansen: Ich stelle mir eine Kirche vor, die sowohl in den Zentren aktiv ist als auch im ländlichen Raum präsent bleibt – selbst wenn die Mittel geringer werden. Es darf nicht sein, dass nur in den großen Städten Kirchtürme stehen und kleine Gemeinden verschwinden. Kirche muss für alle da sein.

Gieseking: Ich wünsche mir eine Kirche, die modern, zukunftsfähig und mitten in der Gesellschaft ist. Sie soll klar auftreten und positiv wahrgenommen werden.

Baden: Für mich ist die Kirche der Zukunft ein Landeplatz – ein Ort, an dem Menschen so kommen können, wie sie sind. In all unserer Vielfalt sind wir von Gott angenommen. Kirche soll ein Raum sein, in dem diese Vielfalt willkommen ist. Dafür braucht es tragfähige Strukturen – und daran arbeitet die Landessynode.

Hintergrund: Die 27. Landessynode

Die gewählten Mitglieder der 27. Landessynode mit Regionalbischöfin Marianne Gorka. (Foto: Jens Schulze/EMA)

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche. Sie stellt die entscheidenden Weichen für Gesetzgebung, Haushalt und kirchliche Leitung. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren, einem Verhältnis von 52 Prozent Männern und vielen neu gewählten Mitgliedern präsentiert sich die 27. Landessynode vergleichsweise jung und dynamisch.

Die gewählten Mitglieder aus dem Sprengel Lüneburg gehören zu den Wahlkreisen 5 und 6. Zum Wahlkreis 5 zählen die Kirchenkreise Hittfeld, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und Winsen/Luhe. Hier wurden Birgit Thiemann als beruflich Mitarbeitende, die ordinierten Pastorinnen Anna Kempe und Simone Uhlemeyer-Junghans sowie die Ehrenamtlichen Friedo Hansen, Alisa Koopmann, Tobias Mittrach und Sophie Amélie Paulig gewählt.

Im Wahlkreis 6 sind die Kirchenkreise Celle, Gifhorn, Soltau, Walsrode und Wolfsburg-Wittingen zusammengeschlossen. Die dort gewählten Mitglieder sind der beruflich Mitarbeitende Harald Schilbock, die ordinierten Pastor:innen Franziska Baden und Christian Nickel sowie die Ehrenamtlichen Jakob Gieseking, Ann-Sophie Saar, Hendrik Wolf-Doettinchem und Tom Ziggel. Gemeinsam bringen sie die unterschiedlichen Perspektiven und Herausforderungen der vielfältigen Regionen des Sprengels Lüneburg in die Landessynode ein.

Die Landessynode tagt in der Regel zweimal jährlich öffentlich im DIAKOVERE Henriettenstift in Hannover.

 

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