„Junge Menschen müssen Teil der Entscheidungsprozesse werden.“

Nachricht 12. März 2026

In diesem Februar hat sich die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers konstituiert. Viele Synodale wurden neu gewählt und bringen neue Perspektiven und Erfahrungen mit.

Eine von ihnen ist Sophie Paulig aus Bardowick im Kirchenkreis Lüneburg. Die 23-Jährige engagiert sich seit Jahren in der evangelischen Jugendarbeit und studiert Religionspädagogik und Soziale Arbeit. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, ihre Themen und ihre Vision für die Kirche der Zukunft.

Warum haben Sie für die 27. Landessynode kandidiert?

Paulig: Mir ist wichtig, dass sich junge Menschen stärker in die kirchliche Gremienarbeit einbringen und an Entscheidungsprozessen beteiligt sind. Viele der Entscheidungen, die heute getroffen werden, wirken langfristig – und gerade junge Menschen werden sie in Zukunft mittragen müssen.
Als junge Synodale bringe ich meine Erfahrungen aus der evangelischen Jugend sowie aus meinem Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit ein. Dadurch kann ich einen anderen Blickwinkel einbringen und die Ideen und Wünsche junger Menschen stärker in die Landessynode tragen.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Paulig: Neben den Anliegen junger Menschen liegt mir besonders das Ehrenamt am Herzen. Ehrenamtliche werden in Zukunft einen immer größeren Teil der kirchlichen Arbeit tragen. Deshalb ist es wichtig, sie als eigene Zielgruppe ernst zu nehmen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihre Arbeit wertzuschätzen.

Außerdem muss sich Kirche stärker mit Fragen von Ressourcen und Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Nur wenn wir verantwortungsvoll mit unseren Möglichkeiten umgehen, bleiben wir auch in Zukunft handlungsfähig.

Wie sieht für Sie die ideale Kirche der Zukunft aus?

Paulig: Für mich ist Kirche vor allem ein Ort der Begegnung. Sie hat die Chance, Traditionen und neue Wege miteinander zu verbinden und Räume für Austausch zu schaffen.

Insbesondere für junge Menschen kann Kirche ein Safe Space sein – ein Ort, an dem sie sich ausprobieren, ihre Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen können. Diese Räume zu bewahren und weiterzuentwickeln, ist mir sehr wichtig.

Hintergrund: Die 27. Landessynode

Die gewählten Mitglieder der 27. Landessynode mit Regionalbischöfin Marianne Gorka. (Foto: Jens Schulze/EMA)

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche. Sie stellt die entscheidenden Weichen für Gesetzgebung, Haushalt und kirchliche Leitung. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren, einem Verhältnis von 52 Prozent Männern und vielen neu gewählten Mitgliedern präsentiert sich die 27. Landessynode vergleichsweise jung und dynamisch.

Die gewählten Mitglieder aus dem Sprengel Lüneburg gehören zu den Wahlkreisen 5 und 6. Zum Wahlkreis 5 zählen die Kirchenkreise Hittfeld, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und Winsen/Luhe. Hier wurden Birgit Thiemann als beruflich Mitarbeitende, die ordinierten Pastorinnen Anna Kempe und Simone Uhlemeyer-Junghans sowie die Ehrenamtlichen Friedo Hansen, Alisa Koopmann, Tobias Mittrach und Sophie Amélie Paulig gewählt.

Im Wahlkreis 6 sind die Kirchenkreise Celle, Gifhorn, Soltau, Walsrode und Wolfsburg-Wittingen zusammengeschlossen. Die dort gewählten Mitglieder sind der beruflich Mitarbeitende Harald Schilbock, die ordinierten Pastor:innen Franziska Baden und Christian Nickel sowie die Ehrenamtlichen Jakob Gieseking, Ann-Sophie Saar, Hendrik Wolf-Doettinchem und Tom Ziggel. Gemeinsam bringen sie die unterschiedlichen Perspektiven und Herausforderungen der vielfältigen Regionen des Sprengels Lüneburg in die Landessynode ein.

Die Landessynode tagt in der Regel zweimal jährlich öffentlich im DIAKOVERE Henriettenstift in Hannover.

 

alle Infos zur Landessynode