Ostern ist das zentrale Fest des christlichen Glaubens. Und doch scheint seine Bedeutung in einer zunehmend säkularen Gesellschaft für viele Menschen weniger greifbar zu werden. Was bleibt von der Botschaft der Auferstehung – jenseits von Tradition und vertrauten Ritualen? Regionalbischöfin Marianne Gorka und Pastorin Sandra Golenia beschreiben Ostern als eine Erfahrung, die tief ins Leben hineinreicht – gerade heute.
Für Marianne Gorka ist Ostern untrennbar mit einem Weg verbunden: durch die Passionszeit, durch die dichten und oft fordernden Tage der Karwoche hindurch – hin zu einem Moment der Stille und des Neubeginns. „Wenn man durch diese besondere Phase hindurchgegangen ist, wird alles stiller und man findet zu sich“, sagt sie. Die Feier der Osternacht, die in den Ostersonntag mündet, sei für sie jedes Jahr ein Höhepunkt: „Man erlebt den Sonnenaufgang und feiert gleichzeitig die Auferstehung – der Höhepunkt des Kirchenjahres.“
Auch für Sandra Golenia liegt die besondere Kraft von Ostern im Übergang – vom Dunkel ins Licht. „Aus der Dunkelheit ins Helle zu kommen – das ist für mich Ostern“, beschreibt sie. Diese Erfahrung hat sie bewusst in das Gemeindeleben in Dahlenburg-Nahrendorf eingebracht. Statt eines späten Gottesdienstes am Karsamstag lädt sie seit ihrem Amtsantritt früh am Ostermorgen ein, um diesen Moment gemeinsam zu erleben. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich frühmorgens mit der Gemeinde feiern möchte.“