„Die Arbeit in den Kirchengemeinden muss einfacher werden.“

Nachricht 26. März 2026

In diesem Februar hat sich die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers konstituiert. Viele Synodale wurden neu gewählt und bringen ihre Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen ein.

Andreas Hartmann aus der Kirchengemeinde Brome-Tülau im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen wurde in die Landessynode berufen. Der 57-Jährige war fast 30 Jahre bei Volkswagen in verschiedenen Funktionen tätig – unter anderem in der Konzernorganisation, IT sowie in der Personal- und Managemententwicklung – und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kirche.

Warum haben Sie sich in die 27. Landessynode berufen lassen?

Andreas Hartmann: Wenn man – wie ich – im Kirchenvorstand und auf Kirchenkreisebene mitarbeitet, merkt man schnell, dass viele Rahmenbedingungen durch die Landeskirche in Hannover gesetzt werden. Das betrifft finanzielle Fragen, IT-Strukturen, aber auch Gebäudethemen.

Nicht immer sind diese Rahmenbedingungen so gestaltet, dass sie den Kirchengemeinden vor Ort wirklich helfen. Deshalb kandidiere ich, um mich dafür einzusetzen, dass die Bedingungen so verändert werden, dass die Arbeit vor Ort einfacher und wirksamer wird.

Welche Themen sind Ihnen wichtig?

Hartmann: Ein zentrales Thema ist für mich der Zukunftsprozess unserer Landeskirche. Dabei wird es notwendig sein, finanzielle Einsparungen vorzunehmen und gleichzeitig Bürokratie abzubauen.

Mir ist aber wichtig, dass wir nicht nur auf das schauen, was weniger wird, sondern auch auf das, was wir haben: viele engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende und nach wie vor gute finanzielle Möglichkeiten, wenn wir sie sinnvoll einsetzen.

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir diese Kräfte stärker nutzen und die Mittel gezielt bei den Menschen vor Ort ankommen.

Wie sieht für Sie die ideale Kirche der Zukunft aus?

Hartmann: Die Kirche der Zukunft lebt christliche Werte wie Nächstenliebe sichtbar und engagiert sich in der Gesellschaft.

Sie ist offen für alle Menschen, schafft Räume für Begegnung – untereinander und mit Gott – und stärkt die Gemeinschaft vor Ort. Genau daran möchte ich mitarbeiten.

Hintergrund: Die 27. Landessynode

Die gewählten Mitglieder der 27. Landessynode mit Regionalbischöfin Marianne Gorka. (Foto: Jens Schulze/EMA)

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche. Sie stellt die entscheidenden Weichen für Gesetzgebung, Haushalt und kirchliche Leitung. Mit einem Durchschnittsalter von 46 Jahren, einem Verhältnis von 52 Prozent Männern und vielen neu gewählten Mitgliedern präsentiert sich die 27. Landessynode vergleichsweise jung und dynamisch.

Die gewählten Mitglieder aus dem Sprengel Lüneburg gehören zu den Wahlkreisen 5 und 6. Zum Wahlkreis 5 zählen die Kirchenkreise Hittfeld, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und Winsen/Luhe. Hier wurden Birgit Thiemann als beruflich Mitarbeitende, die ordinierten Pastorinnen Anna Kempe und Simone Uhlemeyer-Junghans sowie die Ehrenamtlichen Friedo Hansen, Alisa Koopmann, Tobias Mittrach und Sophie Amélie Paulig gewählt.

Im Wahlkreis 6 sind die Kirchenkreise Celle, Gifhorn, Soltau, Walsrode und Wolfsburg-Wittingen zusammengeschlossen. Die dort gewählten Mitglieder sind der beruflich Mitarbeitende Harald Schilbock, die ordinierten Pastor:innen Franziska Baden und Christian Nickel sowie die Ehrenamtlichen Jakob Gieseking, Ann-Sophie Saar, Hendrik Wolf-Doettinchem und Tom Ziggel. Gemeinsam bringen sie die unterschiedlichen Perspektiven und Herausforderungen der vielfältigen Regionen des Sprengels Lüneburg in die Landessynode ein.

Die Landessynode tagt in der Regel zweimal jährlich öffentlich im DIAKOVERE Henriettenstift in Hannover.

 

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