Anna Kempe wird neue Pröpstin im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg

Pressemitteilung 30. Juni 2026

Lüchow-Dannenberg.

Die Weichen sind gestellt: Pastorin Anna Kempe wird neue Superintendentin des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg und trägt dort – entsprechend der regionalen Tradition – weiterhin die Amtsbezeichnung Pröpstin. Nachdem bereits der Landessynodalausschuss und die Landessynode zugestimmt hatten, votierte nun auch die Kirchenkreissynode einstimmig für ihre Berufung. Sie soll ihr neues Amt zum 1. Oktober 2026 antreten.

Anna Kempe folgt nach einer Vakanz auf Propst Stephan Wichert-von Holten, der nach rund 18 Jahren an der Spitze des Kirchenkreises Anfang des Jahres als Referent für Transformationsprozesse in das Landeskirchenamt nach Hannover gewechselt ist. Mit seinem Wirken prägte er den Kirchenkreis nachhaltig – unter anderem durch neue Ideen für kirchliche Strukturen, seine dialogorientierte Leitung und sein Engagement in gesellschaftlichen Debatten.

Besonderes Berufungsverfahren

Die Berufung von Anna Kempe erfolgte nach einem besonderen Verfahren, das die Landessynode (das Kirchenparlament) erst vor wenigen Tagen beschlossen hat.

Hintergrund ist der laufende Fusionsprozess der Kirchenkreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg. In besonderen Situationen wie diesem kann anstelle einer Wahl oder einer Ernennung von außen auch eine Pastorin oder ein Pastor aus dem eigenen Kirchenkreis befristet für fünf Jahre in das Leitungsamt berufen werden.

„Wenn so eine Neuregelung irgendwo klappt, dann in Lüchow-Dannenberg.“

Regionalbischöfin Marianne Gorka
Bernd Paul (Sprengel-Beauftragter für Notfallseelsorge), Regionalbischöfin Marianne Gorka, Pröpstin Anna Kempe (Foto: Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg)

Regionalbischöfin Marianne Gorka, die an der Sitzung der Kirchenkreissynode teilnahm, verwies auf die Bedeutung dieses neuen Weges. Das Landeskirchenamt verbinde mit dem Verfahren große Erwartungen. „Wenn so eine Neuregelung irgendwo klappt, dann in Lüchow-Dannenberg“, fasste sie dessen Einschätzung zusammen.

Das einstimmige Votum der Synode und der lang anhaltende Applaus machten deutlich, dass Anna Kempe auf breite Unterstützung bauen kann. Mit ihrer Berufung übernimmt sie Verantwortung in einer Zeit des Wandels. Die geplante Fusion der drei Kirchenkreise soll die kirchliche Arbeit langfristig stärken und zukunftsfähige Strukturen für die Region schaffen. Der Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg bringt dabei seine Erfahrungen mit innovativen Arbeitsformen und seiner engen Vernetzung in einer weitläufigen ländlichen Region in den gemeinsamen Entwicklungsprozess ein.

Warum heißt es in Lüchow-Dannenberg „Pröpstin“?

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers tragen die leitenden Geistlichen eines Kirchenkreises in den meisten Regionen die Amtsbezeichnung Superintendentin oder Superintendent. In einigen Kirchenkreisen – darunter Lüchow-Dannenberg – hat sich aus historischen Gründen dagegen die Bezeichnung Pröpstin beziehungsweise Propst erhalten.

Inhaltlich gibt es heute keinen Unterschied zwischen beiden Ämtern: Sowohl Superintendent:innen als auch Pröpst:innen leiten einen Kirchenkreis, begleiten die Kirchengemeinden geistlich und organisatorisch, verantworten Visitationen, Personalführung sowie die Aufsicht über die pastorale Arbeit und vertreten den Kirchenkreis nach außen. Die unterschiedlichen Titel sind Ausdruck gewachsener regionaler Traditionen innerhalb der Landeskirche.

Anna Kempe in der Landessynode

Foto: Jens Schulze/EMA

Anna Kempe ist stellvertretendes Mitglied im Landessynodalausschuss sowie Mitglied im Ausschuss für kirchliche Mitarbeit (Vorsitzende), im Ausschuss für Mission und Ökumene und im Umwelt- und Bauausschuss. In der Landessynode gehört sie der Gruppe „Offene Kirche“ an.

Ann Kempe im Interview

Über den Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg

Der Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg umfasst das Gebiet des gleichnamigen Landkreises im östlichen Niedersachsen zwischen Elbe und Göhrde. Er ist geprägt von einer großen Fläche mit vielen kleinen Kirchengemeinden, einem starken ehrenamtlichen Engagement und einer hohen Bereitschaft, neue Formen kirchlicher Arbeit zu erproben. Überregional bekannt wurde der Kirchenkreis unter anderem durch sein langjähriges Engagement im gesellschaftlichen Dialog rund um die Castor-Transporte sowie durch zahlreiche Reformprojekte und innovative Modelle kirchlicher Zusammenarbeit.

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