Trauer um Synodalen Hendrik Wolf-Doettinchem

Pressemitteilung 07. August 2026

„Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31,16)

Wolfsburg, 3. August 2026

Mit großer Trauer nimmt der Sprengel Lüneburg Abschied von Hendrik Wolf-Doettinchem. Der Kirchenkreisvorsteher und langjährige Synodale ist am 3. August 2026 im Alter von 68 Jahren verstorben.

„Mit seinem Tod verlieren wir einen profilierten Synodalen und einen verlässlichen Weggefährten“, sagt Regionalbischöfin Marianne Gorka. „Wir vertrauen darauf, dass sein Leben in Gottes Hand geborgen ist. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie und allen, die um ihn trauern.“ 

Kirche zukunftsfähig gestalten

Hendrik Wolf-Doettinchem gehörte seit 2010 in mehreren Amtszeiten der Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. In der 27. Landessynode wurde er in den Landessynodalausschuss gewählt. Darüber hinaus war er über viele Jahre im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen engagiert, unter anderem als Kirchenkreisvorsteher und Mitglied des Kirchenkreisvorstands. 

Als Diplom-Betriebswirt brachte er seine wirtschaftliche und unternehmerische Erfahrung in die kirchliche Arbeit ein. In einem Interview für den Sprengel Lüneburg sagte er: „Da ich bereits zehn Jahre Erfahrung in der Landessynode habe und die Zeiten herausfordernder werden, möchte ich meinen unternehmerischen und wirtschaftlichen Blick einbringen.“

Zugleich war ihm bewusst, dass diese Perspektive in der Kirche noch stärker vertreten sein müsse: „Ich glaube, wir haben in der Kirche noch zu wenige Unternehmer und Wirtschaftsleute, die diese Perspektive einbringen.“ 

Wolf-Doettinchem arbeitete unter anderem im Rechtsausschuss, im Ausschuss für Schwerpunkte und Planung kirchlicher Arbeit sowie in Gremien zu Verfassungsfragen und zur kirchlichen Kommunikation mit. Mit klarem Urteil und großer Sachkenntnis begleitete er zentrale Fragen des Kirchenrechts, der kirchlichen Verfassung und der strategischen Entwicklung der Landeskirche. 

Sein Anliegen war es, Veränderungen nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. „Ich möchte Veränderung mitgestalten, damit vieles einfacher wird und wir die Energie stattdessen ins Gemeindeleben stecken“, sagte er im Rahmen der 27. Landessynode. 

/sprengel_lueneburg/info-und-service/synodenmitglieder/synode-hendrik-wolf-doettinchem

„Realistisch wird unsere Kirche vermutlich kleiner sein. Aber ich hoffe, sie ist auch ehrlicher geworden – weniger vom Sockel herab, mehr auf Augenhöhe mit den Menschen. In dieser Kirche können Menschen Freiheit erleben, verbunden durch Gottes Geist.“ 

Hendrik Wolf-Doettinchem im September 2025

Eine Kirche auf Augenhöhe

Bei aller Klarheit in Sachfragen hatte Hendrik Wolf-Doettinchem die Menschen und das Gemeindeleben im Blick. Er wünschte sich eine Kirche, „in der sich Menschen in vielen unterschiedlichen Veranstaltungen respektvoll und fröhlich begegnen können. Ein Ort, an dem wir gemeinsam Gottes Wort hören, Musik erleben und Gemeinschaft spüren – eine Kirche, in der Menschen sich wirklich wohlfühlen.“ 

Seine Vorstellung von der Kirche der Zukunft beschrieb er so: „Realistisch wird unsere Kirche vermutlich kleiner sein. Aber ich hoffe, sie ist auch ehrlicher geworden – weniger vom Sockel herab, mehr auf Augenhöhe mit den Menschen. In dieser Kirche können Menschen Freiheit erleben, verbunden durch Gottes Geist.“ 

Weggefährtinnen und Weggefährten würdigten besonders seine direkte, offene und verlässliche Art. Der Vorsitzende des Landessynodalausschusses, Ruben Grüssing, erinnerte an seine Fähigkeit, mit fundierten Hinweisen nach Lösungen zu suchen, die nicht nur auf dem Papier überzeugten, sondern auch in der Praxis funktionierten. Landessynodenpräsidentin Wencke Breyer hob seine Vermittlungsfunktion zwischen Landessynode und Kirchenkreis sowie seine konstruktiv-kritische Haltung hervor. 

Auch aus dem Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen wird an seine rasche Auffassungsgabe, seine Entscheidungsfreude und seinen besonderen Blick für die Zukunft der Kirche erinnert. Zugleich habe er Menschen miteinander vernetzt und lokale Anliegen mit dem großen Ganzen verbunden. Die Kirchenmusik, insbesondere die Arbeit an der Christuskirche, lag ihm ebenfalls besonders am Herzen. 

Hendrik Wolf-Doettinchem wird in den kirchenleitenden Gremien und in den Kirchenkreisen fehlen. Der Sprengel Lüneburg ist in Gedanken und Gebeten bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die um ihn trauern.

Hendrik Wolf-Doettinchem im Interview

Im Vorfeld der Wahlen zur 27. Landessynode hatten wir mit Hendrik Wolf-Doettinchem ein Interview geführt. Dieses ist über unseren Instagram-Kanal abrufbar.

zum Interview

Über die Lanessynode

Die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist das zentrale Kirchenparlament und eines der fünf Leitungsorgane der Kirche. Sie beschließt Gesetze, Haushaltspläne und Agenden, wählt den oder die Landesbischöfin und berät über kirchliche sowie gesellschaftliche Themen. Ihre rund 79 Mitglieder werden alle sechs Jahre gewählt und tagt öffentlich mehrmals jährlich.

Sie entstand 1863 aus dem sogenannten „Katechismusstreit“: Nach Protesten gegen einen von König Georg V. erzwungenen Katechismus trat sie am 6. Oktober erstmals zusammen, um kirchliche Selbstverwaltung zu ermöglichen und eine Eingliederung in die preußische Kirche nach 1866 zu verhindern.

Die 27. Landessynode

Die 27. Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers startete ihre Arbeit mit der ersten Sitzung vom 19. bis 21. Februar 2026 und bleibt bis Ende 2031 im Amt. Die 79 Mitglieder setzen sich wie folgt zusammen: 66 gewählte (darunter 10 hauptamtliche, 19 Geistliche und 37 Ehrenamtliche), 12 Berufene vom Personalausschuss (inklusive 4 junger Vorschläge der Jugendkammer unter 27 Jahren) sowie einen Vertreter der Theologischen Fakultät Göttingen.