„Ich möchte meinen Glauben nicht für mich behalten“: Judith Bollongino in Artlenburg zur Pastorin ordiniert

Pressemitteilung 18. August 2026

In einem Gottesdienst in der St. Nicolaikirche Artlenburg ist Judith Bollongino am Sonntag, 16. August, zur Pastorin ordiniert worden. Regionalbischöfin Marianne Gorka führte sie im Beisein zahlreicher Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Angehöriger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden in den Dienst der öffentlichen Verkündigung in Wort und Sakrament ein.

Artlenburg, 19.08.2026

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Frage, wie Kirche unter den Bedingungen des Wandels ihr Profil bewahren und zugleich neue Formen entwickeln kann. Marianne Gorka nahm dabei das biblische Ordinationswort aus dem 2. Buch Mose auf: „Wirst du dies tun und wird Gott es dir gebieten, so kannst du bestehen und auch dies ganze Volk kann in Frieden heimkehren.“

Kirche dürfe sich nicht allein über Gebäude oder Organisationsstrukturen definieren, sagte die Regionalbischöfin. Entscheidend sei vielmehr, wie Menschen miteinander Kirche leben: „Wie bekommen wir es hin, Kirche als ‚lebendige Gemeinschaft‘ zu leben – wirksam in der Gesellschaft und für einzelne Menschen? Wie entsteht ein Bild von Kirche, das Begegnung, Glauben, Nächstenliebe und Hoffnung in den Mittelpunkt stellt?“

Diese Aufgabe präge auch den Dienst der neuen Pastorin. Gorka sagte: „Ihr Beitrag ist es, dass Gottes Wort in dieser Region lebendig bleibt und Menschen Gemeinschaft, Sinn und Freude in ihrem christlichen Leben finden.“
Getragen von vielen Stimmen

„Wie bekommen wir es hin, Kirche als ‚lebendige Gemeinschaft‘ zu leben – wirksam in der Gesellschaft und für einzelne Menschen? Wie entsteht ein Bild von Kirche, das Begegnung, Glauben, Nächstenliebe und Hoffnung in den Mittelpunkt stellt?“

Regionalbischöfin Marianne Gorka
von links nach rechts: Segenspat:innen: Jale Hähnel, Diakonin Viviann Bollmeier, Helmut Wegener, Pfarrkollegin Iris Weiner, Pastorin Judith Bollongino, Pfarrkollegin Henrike Koch, Superintendent Christian Cordes, Segensparte Pastor Dr. Jan Jackisch, Regionalbischöfin Marianne Gorka (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

„Kirche als lebendige Gemeinschaft“

Die Ordinationshandlung wurde von mehreren Personen aus dem Umfeld Bollonginos begleitet. Jale Hähnel, Viviann Bollmeier, Helmut Wegener und Pastor Dr. Jan Jackisch wirkten als Assistierende mit. Lesungen, Fürbitten und musikalische Beiträge machten den Gottesdienst zu einem gemeinschaftlichen Ereignis.

Auch die Gemeinden der Zukunftsgemeinschaft Land Mitte waren beteiligt. Zu ihr gehören die Kirchengemeinden Artlenburg, Hittbergen-Echem, Lüdersburg, Neetze, Reinstorf, Scharnebeck und Thomasburg. Chöre, Kirchenvorstände, das Neetzer Orchester sowie zahlreiche Gemeindemitglieder gestalteten den Gottesdienst mit.

„Für mich ist es ganz besonders, dass dieser Raum gefüllt war von vielen Stimmen und ich da nicht alleine war, sondern getragen bin und in diesen Gemeinden so wunderbar aufgenommen wurde“, sagte Judith Bollongino nach ihrer Ordination. „Ich bin ganz dankbar, dass meine Familie und meine Freundinnen und Freunde, dass so viele Menschen aus der Gemeinde da sind.“

Sie bilden gemeinsam das Pfarrteam für die Zukunftsgemeinschaft Land Mitte: Pastorin Judith Bollongino, Pastorin Henrike Koch, Diakonin Viviann Bollmeier, Pastorin Iris Weiner (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Pastorin im Team

Judith Bollongino wird künftig im Verkündigungsteam der Zukunftsgemeinschaft Land Mitte arbeiten. Gemeinsam mit den Pastorinnen Iris Weiner, Henrike Koch und Diakonin Viviann Bollmeier wird sie Aufgaben in den Gemeinden übernehmen und eigene Schwerpunkte setzen.

Besonders freut sie sich auf Gottesdienste in unterschiedlichen Formaten und auf die Zusammenarbeit mit der Kirchenmusik. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit wird die Begleitung von Seniorinnen und Senioren sein. Darüber hinaus übernimmt sie Aufgaben in den Bereichen Friedhof, Bau und Verwaltung.

„Wir haben uns die Aufgaben schon ein bisschen aufgeteilt“, erläuterte Bollongino. „Ich freue mich darauf, dass wir das als Team jetzt auch so gestalten können.“

Große Freude nach der Ordination und dem Segen: Judith Bollongino ist nun als Pastorin eingeführt (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Leidenschaft für Glauben und Leben

Ihren neuen Dienst versteht Judith Bollongino als gelebten Glauben. „Mich trägt der Glaube und mein christliches Leben schon 34 Jahre gut durch die Welt. Das möchte ich nicht für mich behalten, sondern teilen“, sagte sie. Ihre Leidenschaft sei es, den Glauben zu leben und miteinander zu feiern, aber auch im Stillen Gott zu begegnen und über die Fragen des Lebens zu diskutieren.

Dies spiegelt sich auch in ihrer fast abgeschlossenen Doktorarbeit im Bereich der Friedensethik wider. Studiert hat sie in Hamburg, Göttingen und in Suva auf Fidschi – sowohl für das Pfarramt als auch für das Lehramt. Anschließend war sie an der Universität Rostock angestellt und absolvierte ihr Vikariat in der Gemeinde Reinstorf, wo sie bereits viele Menschen kennenlernen konnte.

Neues Zuhause in Artlenburg

Mit ihrer Familie zog Judith Bollongino Anfang August in das bis dato leerstehende Pfarrhaus in Artlenburg. Zu ihrer Familie gehören ihre Frau Sandra Golenia, die als Pastorin in Dahlenburg-Nahrendorf arbeitet, ihre im Frühjahr geborene Tochter Junis Eloise sowie ihre Husky-Hündin Aput. 

Von Artlenburg aus wird sie in der gesamten Region zwischen Avendorf und Vastorf tätig sein. Zu ihren Aufgaben gehören die Begleitung von Menschen in besonderen Lebenssituationen wie Taufe, Trauung oder Beerdigung, die Arbeit mit Gemeindegruppen, Vereinen, Schulen, Kitas und Pflegeheimen sowie das Engagement für christliche Themen in Politik und Zivilgesellschaft. Auch die Konfirmandenarbeit und die Pflege religiöser Orte gehören zu ihrem Aufgabenspektrum.

„Im Pfarramt gibt es viele Aufgaben und von Avendorf bis Vastorf ist die Region groß, in der auch ich meinen Teil dazu beitragen werde“, sagte Judith Bollongino. „Aber ich freue mich sehr, dass ich einige dieser Aufgaben in einem Team und mit vielen Engagierten in den einzelnen Gemeinden gestalten kann.“

Hintergrund: Die Ordination

Marianne Gorka, Regionalbischöfin im Sprengel Lüneburg, während ihrer Predigt anlässlich der Ordination von Judith Bollongino zur Pastorin (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Die Ordination ist die feierliche Ernennung zum Pastor bzw. zur Pastorin. Mit der Einsegnung erhalten die Ordinierten das lebenslange Recht, öffentlich zu predigen, zu taufen und das Abendmahl einzusetzen. Das Vikariat ist der praktische Teil der Ausbildung zur Pastorin/zum Pastor.

Über den Sprengel Lüneburg:

Zum Sprengel (Kirchenbezirk) Lüneburg gehören zehn Kirchenkreise. In den 220 Kirchengemeinden mit rund 470.000 Gemeindegliedern sind 350 Pastorinnen und Pastoren tätig.

Die geistliche Leitung und den bischöflichen Dienst im Sprengel nimmt seit Februar 2024 Regionalbischöfin Marianne Gorka wahr. Sie vertritt den Sprengel in der Öffentlichkeit und ist über den Bischofsrat beteiligt an der gesamtkirchlichen Leitung der Landeskirche Hannovers. Regelmäßige Predigtstätte der Regionalbischöfin ist die Lüneburger St.-Johannis-Kirche.

Judith Bollongino im Video

Was sie sich für ihren neuen Dienst wünscht und warum sie sich darauf freut, Kirche gemeinsam mit anderen neu zu gestalten? Im Instagram-Reel erzählt Judith Bollongino selbst davon.

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