Wie erleben Kinder die Orgel – dieses große, oft geheimnisvolle Instrument? In der Orgelakademie Lüneburg entdecken sie die „Königin der Instrumente“ auf ganz eigene Weise: hörend, fühlend und ausprobierend.
Die Kinder sitzen im Kirchenschiff, manche auf den Bänken, andere haben sich auf den Boden gelegt. Es ist still – bis von oben die ersten Töne der Orgel erklingen.
So beginnt die Orgelakademie von Nanette Günther. Während sie spielt, bleiben die Kinder unten und suchen sich ihren eigenen Hörplatz. Es geht nicht nur ums Zuhören. „Ich empfehle ihnen, auch darauf zu achten, ob sie etwas sehen – Farben, einen Regenbogen oder vielleicht eine schöne Stadt“, sagt sie.
Wenn sie danach wieder zu den Kindern kommt, erzählen diese von Gänsehaut, von goldenen Räumen – oder davon, dass es plötzlich ganz dunkel und unheimlich geworden sei. Die Orgel wirkt. Und zwar bei jedem anders.
Musik, die unter die Haut geht
Die Orgelakademie im Frühling ist ein dreiwöchiger Workshop für Kinder und junge Jugendliche. An zwei Montagen treffen sich die Gruppen in St. Johannis, am dritten Termin in St. Michaelis.
Ziel ist es, Kinder emotional anzusprechen – durch die Musik ebenso wie durch das Instrument selbst. „Die Kinder sollen durch die Musik berührt werden, aber auch durch die Funktion der Orgel“, erläutert Günther. Im besten Fall entsteht daraus der Wunsch, später selbst zu spielen.