Was bewegt einen Menschen, sich ganz bewusst für die Arbeit mit Jugendlichen in der Kirche zu entscheiden? Für Diakon Caelan Pohland ist es eine Mischung aus eigener Erfahrung, gelebter Gemeinschaft und dem Wunsch, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen sich ausprobieren und entfalten können. Seine eigene Biografie ist eng mit der evangelischen Jugendarbeit verbunden – und prägt bis heute sein Verständnis von Kirche: als Ort der Begegnung, der Offenheit und der Entwicklung.
Was hat Sie persönlich dazu bewegt, den Weg in die Diakonie und die kirchliche Jugendarbeit zu gehen?
Pohland: Für mich gab es eigentlich keine echte Alternative – und das ist absolut positiv gemeint. Ich bin durch die kirchliche Jugendarbeit geprägt worden: Konfirmation, Evangelische Jugend, JuLeiCa und die Zeit als Teamer. Irgendwann war für mich klar: Ich werde Pastor oder Diakon. Ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kirchengemeinde hat mir dann die entscheidende Orientierung gegeben. Mir wurde bewusst, dass es mir vor allem um die Arbeit mit Jugendlichen geht – weniger um klassische pastorale Aufgaben wie regelmäßige Gottesdienste, Beerdigungen, Trauungen oder Verwaltung.
Spirituelles gemeinsam mit Jugendlichen zu gestalten, Neues und Ungewohntes auszuprobieren – das begeistert mich. Das Studium während der Coronazeit, besonders die ersten drei Semester ausschließlich vor dem Bildschirm, war allerdings eine echte Herausforderung. Zweifel, Langeweile, Stress und wenig Kontakte – so ging es vielen. Die Frage „Will ich das wirklich?“ hat mich lange begleitet.
Heute bin ich hier – und ich bin glücklich darüber. Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten, ist etwas Besonderes. Manche Begegnungen sind flüchtig, andere sehr tiefgehend: Freude, Trauer, Erfolg, Probleme – all die Facetten des Lebens. Ich bin dankbar, im Leben junger Menschen vorkommen zu dürfen. Ihre Begeisterungsfähigkeit ist etwas ganz Eigenes, das es wertzuschätzen und zu fördern gilt.
Die Jugendarbeit hat mir selbst einen Raum gegeben, in dem ich so sein durfte, wie ich bin, und mich entwickeln konnte. Das möchte ich weitergeben. Menschen zu begleiten, heißt für mich auch, sich auf ihre Lebenswelt einzulassen – sei es bei TikTok-Trends oder anderen Themen. Man muss nicht alles gut finden, aber verstehen wollen, was Jugendliche bewegt.