Fantasy-Gottesdienst zum Reformationstag in Bad Bevensen: Mit Tolkiens "Herr der Ringe" auf den Spuren von Mut, Freundschaft und Hoffnung

Pressemitteilung 26. Oktober 2026

Wenn eine Kirche zu Mittelerde wird… Ein außergewöhnlicher Fantasy-Gottesdienst zum Reformationstag in Bad Bevensen erzählt von Mut, Freundschaft und Hoffnung – inspiriert von J. R. R. Tolkiens Epos „Der Herr der Ringe“.

Bad Bevensen, 26. Oktober 2026 

Was haben Frodo, Gandalf und Martin Luther gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch alle drei verbindet die Frage, was Menschen trägt, wenn sie Angst haben, vor großen Herausforderungen stehen oder einen Weg gehen müssen, den sie sich nicht ausgesucht haben. Am Samstag, 31. Oktober 2026, um 18 Uhr verwandelt sich die Dreikönigskirche in Bad Bevensen deshalb in eine Welt, die an J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ erinnert.

Nach dem großen Erfolg des Harry-Potter-Gottesdienstes im vergangenen Jahr, zu dem rund 500 Menschen kamen und sogar aus Hamburg, Berlin und Hannover angereist waren, lädt die Kirchengemeinde am Reformationstag erneut zu einem besonderen Erlebnis ein. Diesmal führt die Reise durch Mittelerde – vom gemütlichen Auenland über die dunklen Minen von Moria und das friedliche Bruchtal bis hin zum bedrohlichen Mordor.

Unter dem Leitgedanken „Niemand geht allein“ geht es um die großen Fragen des Lebens: Wie finden wir Mut, wenn wir nicht wissen wie der Weg weitergeht? Was hilft uns, schwere Lasten zu tragen? Und woher kommt die Hoffnung, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort behält?

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht eine eigens entwickelte Spielszene, in der Frodo, Sam, Gandalf, Aragorn, Legolas und Elrond lebendig werden. Dazu kommen Musik aus der Welt von „Der Herr der Ringe“, besondere Lichtstimmungen und eine aufwendig gestaltete Kirche.

"Uns fasziniert an der Geschichte, dass nicht nur die Mächtigen allein die Richtung der Welt bestimmen, sondern auch die Kleinsten die Welt verändern können, wenn sie an sich und das Gute in der Welt glauben, einander helfen und gemeinsam ihren Weg finden.“

Pastor Johannes Luck

"Die Besucherinnen und Besucher können selbst auf Entdeckungsreise gehen", verrät Pastorin Carolin Luck, "in der Zwergenmine Moria dürfen sie Ängste und Belastungen aufschreiben und symbolisch zurücklassen. In Bruchtal lädt ein Taufbecken dazu ein, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Im Auenland warten kleine Speisen und Getränke". Auch eine Fotostation wird es in der Kirche geben, mit Gewändern und Accessoires, die Erinnerungsbilder an diesen besonderen Abend ermöglicht. Am Altar können sich die Gäste unter einem Weißen Baum persönlich segnen lassen.

"Uns fasziniert an der Geschichte, dass nicht nur die Mächtigen allein die Richtung der Welt bestimmen, sondern auch die Kleinsten die Welt verändern können, wenn sie an sich und das Gute in der Welt glauben, einander helfen und gemeinsam ihren Weg finden“, sagt Pastor Johannes Luck. "Darin steckt auch eine zutiefst christliche Botschaft: Niemand muss alles allein schaffen. Jeder Mensch besitzt eine Würde, die er sich nicht erst verdienen muss."

Gerade am Reformationstag bekommt dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Martin Luther beschäftigte die Frage, ob ein Mensch vor Gott überhaupt gut genug sein könne. Seine befreiende Entdeckung war, dass Gottes Liebe nicht von Leistung oder Erfolg abhängt. Diese Zusage verbindet der Gottesdienst mit den Bildern und Geschichten aus Mittelerde - einer Geschichte, mit der bis heute viele Menschen durch die Bücher Tolkins und die bekannten Filme aufgewachsen sind.

Der Gottesdienst wird von Pastorin Carolin Luck und Pastor Johannes Luck gemeinsam mit Jugendlichen und weiteren Mitwirkenden gestaltet. Die Musik übernimmt Pianistin und Kirchenmusikerin Yoko Salewski.

Eingeladen sind ausdrücklich Menschen aller Generationen – Familien mit Kindern ebenso wie Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen. Vorkenntnisse über „Der Herr der Ringe“ sind nicht erforderlich. Wer möchte, darf sehr gerne in einem passenden Gewand erscheinen: als Hobbit, Elb, Zwerg, Zauberer oder Reisender durch Mittelerde.

Reformationstag: Was Luther und Mittelerde verbindet

Foto: Jochen Quast

Am 31. Oktober erinnert die evangelische Kirche an den Beginn der Reformation. 1517 veröffentlichte der Theologe und Mönch Martin Luther seine 95 Thesen, in denen er unter anderem den Ablasshandel kritisierte. Er betonte, dass Menschen Gottes Gnade nicht durch Geld oder gute Taten erkaufen können, sondern allein aus Gottes Gnade leben. Seine Kritik löste eine kirchliche Erneuerungsbewegung aus, die Kirche und Gesellschaft nachhaltig veränderte. Die Reformation steht bis heute für Glaubensfreiheit, Gewissensverantwortung und den Mut, Missstände zu hinterfragen.

Auch J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos „Der Herr der Ringe“ erzählt von Mut, Freiheit und Hoffnung angesichts übermächtiger Kräfte. Frodo und seine Gefährt:innen stellen sich dem Bösen entgegen, obwohl der Ausgang ungewiss ist. Freundschaft, Barmherzigkeit und Zusammenhalt helfen ihnen, ihren Weg fortzusetzen.

Beide Geschichten werfen die Frage auf: Was gibt uns den Mut, das Richtige zu tun, wenn es schwierig wird? Während Luther auf Gottes Gnade vertraute, zeigt Tolkien, dass selbst die Kleinsten etwas bewirken können. Ein Fantasy-Gottesdienst zum Reformationstag verbindet so die reformatorischen Gedanken mit den zeitlosen Fragen nach Macht, Verantwortung und Hoffnung.

über den Reformationstag heute in der Landeskirche

Veranstaltungsdetails

Foto: Jochen Quast

Termin: Samstag, 31. Oktober 2026,  18 Uhr
Ort: Dreikönigskirche, Bad Bevensen (Pastorenstraße 1, 29549 Bad Bevensen)
 
Kontakt:
Pastor Johannes Luck
johannes.luck@evlka.de
058219768848
Instagram: @himmlisch.hygge 

Olaf Lies: Der Reformationstag hat eine klare Botschaft

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hält die Einführung des Reformationstags als gesetzlichen Feiertag im Jahr 2018 weiterhin für richtig. Der Tag sei mehr als ein kirchlicher Feiertag: Er stehe für Freiheit, Verantwortung, Mut zur Veränderung und gesellschaftlichen Aufbruch. Martin Luther habe gezeigt, wie wichtig es sei, eigene Überzeugungen zu vertreten, Missstände zu hinterfragen und Veränderungen anzustoßen.

Gewissensfreiheit, Bildung, Eigenverantwortung und Dialog prägten unsere Gesellschaft bis heute. Der Reformationstag biete Gelegenheit, über die Verantwortung des Einzelnen und den Wert demokratischer Debatten nachzudenken. Die Einführung eines weiteren gesetzlichen Feiertags habe angesichts aktueller gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen derzeit keine übergeordnete Priorität.

zum Interview mit der Landeskirche