Blaulicht-Gottesdienst in Lüneburg: Was Einsatzkräfte trägt, wenn sie an ihre Grenzen kommen

Pressemitteilung 23. Oktober 2026

Ökumenischer Gottesdienst am 1. November 2026 in St. Johannis – Wanderausstellung „BLAULICHT“ zeigt persönliche Geschichten von Menschen im Einsatz

Lüneburg, 23. Oktober 2026 

Am Sonntag, den 1. November 2026, findet am Lüneburger Blaulichttag um 11 Uhr in der St.-Johannis-Kirche in Lüneburg ein ökumenischer Blaulicht-Gottesdienst statt. Unter dem Motto „Grenzerfahrungen“ stehen die Erlebnisse von Menschen im Mittelpunkt, die anderen in Not helfen und dabei selbst an ihre Grenzen kommen können. Im Rahmen des Gottesdienstes wird erstmals die Wanderausstellung „BLAULICHT – Eine Ausstellung über Menschen im Einsatz und die Kraft, die sie trägt“ präsentiert.

Der Gottesdienst richtet sich an Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen sowie an Menschen aus der Notfallseelsorge. Angehörige und alle, die sich den Einsatzkräften verbunden fühlen, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Wenn Helfende selbst Hilfe brauchen

Was geschieht, wenn Einsatzkräfte Erlebnisse nicht einfach hinter sich lassen können? Was hilft, mit Überforderung umzugehen? Und woher kommt die Kraft, nach schwierigen Einsätzen weiterzumachen?

Diesen Fragen widmet sich der Gottesdienst mit Erfahrungsberichten aus unterschiedlichen Einsatzbereichen – vom Technischen Hilfswerk (THW) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) über Feuerwehr, Johanniter und DRK bis hin zur Polizei. Regionalbischöfin Marianne Gorka führt in das Thema ein. 

„Wenn das Blaulicht angeht, zählt oft jede Sekunde. Menschen eilen los, lassen anderes stehen und liegen. Sie retten, bergen, sichern, helfen und begleiten. Sie treffen Entscheidungen unter Druck, handeln in unübersichtlichen Situationen und sind für andere da, wenn das Leben aus dem Takt zu geraten droht. Was dabei häufig unsichtbar bleibt, ist das, was diese Einsätze mit den Menschen selbst machen.“

Regionalbischöfin Marianne Gorka

„Wenn das Blaulicht angeht, zählt oft jede Sekunde. Menschen eilen los, lassen anderes stehen und liegen. Sie retten, bergen, sichern, helfen und begleiten. Sie treffen Entscheidungen unter Druck, handeln in unübersichtlichen Situationen und sind für andere da, wenn das Leben aus dem Takt zu geraten droht. Was dabei häufig unsichtbar bleibt, ist das, was diese Einsätze mit den Menschen selbst machen“, so die Regionalbischöfin des Sprengels Lüneburg.

Erlebnisse, die aus dem Gleichgewicht bringen können

Darüber hinaus gehört zu den Mitwirkenden des Gottesdienstes zu Ehren der Blaulichtkräfte Marcus Christ, Leiter des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll. Er gestaltet das Psalmgebet. In seinem Porträt für die Ausstellung beschreibt er, wie ein einzelnes Erlebnis auch erfahrene Einsatzkräfte aus dem Gleichgewicht bringen kann. „Was unnormal ist, ist die Situation“, sagt Christ. Seine ermutigende Botschaft lautet: „Man kann wieder aufstehen.“ Ebenfalls mit dabei ist Jörg Wesemann, Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Lüneburg

Auch der katholische Diakon und ehrenamtliche Notfallseelsorger Mario Puliafito wirkt am Gottesdienst mit. Gemeinsam mit Marianne Gorka spricht er den Segen. In seinem Ausstellungsporträt beschreibt er, was für ihn bei der Begleitung von Menschen in akuten Krisen an erster Stelle steht: „Erst da sein.“ Hilfe bedeutet für ihn manchmal auch, gemeinsam Stille auszuhalten, ohne sofort eine Antwort geben zu müssen.

Zeit für Besinnung, Gebet und persönliche Segnung

Gebete, Lieder und Musik durch Sängerin und Musikerin Tina Ohlhagen begleiten den Gottesdienst. Besucherinnen und Besucher können eine Kerze an einem Kerzenkreuz entzünden und sich persönlich segnen lassen. In den Fürbitten finden Anliegen aus den verschiedenen Einsatzbereichen ihren Platz.

Im Anschluss sind alle eingeladen, bei Kaffee und Tee miteinander ins Gespräch zu kommen.

„BLAULICHT“: Die Menschen hinter den Uniformen

Die Wanderausstellung „BLAULICHT“ verbindet fotografische Porträts mit persönlichen Geschichten von Menschen aus Polizei, Feuerwehr, THW und weiteren Einsatzorganisationen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen, Belastungen, Haltungen und Hoffnungen. Im Mittelpunkt stehen die seelischen Herausforderungen des Einsatzalltags und der Umgang mit Grenzerfahrungen, Verantwortung und Erschöpfung.

Zugleich fragt die Ausstellung, was Menschen in schwierigen Situationen Halt gibt und welche Bedeutung der Glaube an Gott als Quelle von Trost, Orientierung und innerer Stärke haben kann. Auch Marcus Christ und Mario Puliafito werden porträtiert.

Die porträtierten Menschen kommen zum Teil aus dem gesamten Gebiet des Sprengels Lüneburg und der Landeskirche Hannovers sowie aus den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Stade. Das Projekt wird von Mathias Mensch im Auftrag des Sprengels Lüneburg umgesetzt.

Nach der ersten Präsentation beim Blaulicht-Gottesdienst soll die Ausstellung an weiteren Orten im Sprengel Lüneburg und darüber hinaus zu sehen sein. Sie möchte Verständnis für die Erfahrungen von Einsatzkräften fördern und die gesellschaftliche Wertschätzung für ihren Dienst stärken.

Über den Blaulicht-Gottesdienst:

„Die Ruhe, an der man sich festhalten kann.“ Bernd Paul ist Pastor und Beauftragter für Notfallseelsorge im Sprengel Lüneburg. Er begleitet Betroffene und Einsatzkräfte in akuten Krisen und schafft Ruhe, Orientierung und Halt. (Foto: Mathias Mensch)

Der Ökumenische Blaulicht-Gottesdienst wird jährlich gefeiert und soll ein Ort der Reflexion und des Dankes für alle Blaulicht-Teams sein. Die Veranstaltung ist in Lüneburg zu einer wichtigen Tradition geworden, die Menschen im Einsatz für die Gesellschaft sichtbar unterstützt.

Diesjährige Mitwirkende:

  • Marianne Gorka, Regionalbischöfin Sprengel Lüneburg
  • Mario Puliafito, Diakon und ehrenamtlicher Notfallseelsorger In Notfall- und Hospizseelsorge im Bistum Hildesheim
  • Marcus Christ, Leiter des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll
  • Bernd Paul, Pastor und Beauftragter für Notfallseelsorge im Sprengel Lüneburg.
  • Tina Ohlhagen, Sängerin und Musikerin
  • Jörg Wesemann, Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Lüneburg
  • Henry Schwier, Diakon und Referent im Sprengel Lüneburg
  • Und viele mehr aus der Blaulichtfamilie
     

Auf einen Blick: Blaulicht-Gottesdienst und Ausstellung „BLAULICHT“

Wann: Sonntag, 1. November 2026, 11 Uhr
Wo: St.-Johannis-Kirche, Lüneburg
Anlass: Lüneburger Blaulichttag – Erlebnis-Sonntag in der Innenstadt
Thema: „Grenzerfahrungen“

Der ökumenische Blaulicht-Gottesdienst eröffnet traditionell den Lüneburger Blaulichttag, an dem sich Einsatz- und Hilfsorganisationen in der Innenstadt präsentieren. Der Gottesdienst würdigt die Arbeit von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen. Er gibt Raum für die seelischen Belastungen des Einsatzalltags und fragt, was Menschen trägt, wenn sie selbst an ihre Grenzen kommen. Mit dabei sind Regionalbischöfin Marianne Gorka, Marcus Christ vom Kirchlichen Dienst in Polizei und Zoll, Polizeivizepräsident Jörg Wesemann und der ehrenamtliche Notfallseelsorger Mario Puliafito. Gebete, Musik, persönliche Segnungen und die Möglichkeit, eine Kerze zu entzünden, gehören zum Gottesdienst.

Webseite des Blaulichttages

Premiere der Wanderausstellung „BLAULICHT“

„Man kann immer wieder aufstehen.“ Marcus Christ ist Leiter des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll. Als Seelsorger und Ethiker begleitet er Einsatzkräfte in belastenden Situationen. (Foto: Mathias Mensch)

Die Ausstellung verbindet fotografische Porträts mit persönlichen Geschichten von Menschen im Einsatz. Sie erzählt von Belastungen, Grenzerfahrungen und der Kraft, die ihnen Halt gibt. Die Ausstellung wurde im Auftrag des Sprengels Lüneburg von Mathias Mensch umgesetzt und soll anschließend an weiteren Orten gezeigt werden. Eine Broschüre und Flyer zur Ausstellung können vor Ort erworben werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle zum Austausch bei Kaffee und Tee eingeladen. Einsatzkräfte, Angehörige und Interessierte sind herzlich willkommen.