Wenn ein Einsatz vorbei ist, bleiben manchmal Bilder, Zweifel und Fragen. Davon erzählten Einsatzkräfte beim ökumenischen Blaulicht-Gottesdienst am Sonntag, 1. November 2026, in der St.-Johannis-Kirche in Lüneburg. Unter dem Motto „Grenzerfahrungen“ ging es um belastende Erlebnisse, die Grenzen der eigenen Möglichkeiten und die Kraft, die Menschen danach weiterträgt.
Lüneburg, 31. Oktober 2026
Regionalbischöfin Marianne Gorka und der katholische Diakon Mario Puliafito gestalteten den Gottesdienst zum Auftakt des Lüneburger Blaulichttags mit. Erstmals wurde außerdem die Wanderausstellung „BLAULICHT“ des Sprengels Lüneburg präsentiert.
Während sich beim Lüneburger Blaulichttag in der Innenstadt Hilfsorganisationen und Sicherheitsbehörden mit Fahrzeugen, Technik und Informationen vorstellten, ging es in der St.-Johannis-Kirche um die Menschen hinter den Uniformen. Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk (THW), Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Feuerwehr, Johannitern und Polizei berichteten von Erlebnissen, die sie nicht einfach mit dem Ende einer Schicht hinter sich lassen können.
„Was dabei häufig unsichtbar bleibt, ist das, was diese Einsätze mit den Menschen selbst machen“, beschrieb Regionalbischöfin Marianne Gorka die Frage, die über dem Gottesdienst stand. Denn wer anderen in Not hilft, muss oft unter großem Zeitdruck entscheiden und in unübersichtlichen Situationen handeln. Dabei erleben Einsatzkräfte nicht nur Gefahr und Leid, sondern manchmal auch die Grenzen dessen, was sie selbst bewirken können.
„Habe ich alles gemacht?“ – Fragen, die nach einem Einsatz bleiben
Notfallsanitäter Jens Engel vom Johanniter-Rettungsdienst Lüneburg erzählte von einem Krankentransport, der zunächst nicht wie ein akuter Notfall gewirkt hatte. Mit dem an Krebs erkrankten Patienten hatte er im Rettungswagen noch gescherzt. Bei der Übergabe im Krankenhaus starb der Mann. Obwohl ihm dort versichert worden sei, dass der Patient schwer krank gewesen sei und bereits länger als erwartet gelebt habe, ließ Engel eine Frage nicht los: „Habe ich alles gemacht?“