Herr-der-Ringe-Gottesdienst in Bad Bevensen: Mit Frodo und Sam durch die Dunkelheit

Pressemitteilung 03. November 2026

Etwa 500 Menschen feierten am Reformationstag einen „Herr der Ringe“-Gottesdienst in der Bad Bevenser Dreikönigskirche. Zwischen Auenland und Mordor ging es um Freundschaft, Mut und die Frage, was Menschen auf schweren Wegen trägt.

Bad Bevensen, 31. Oktober 2026 

Frodo hat Angst. Der Weg ist zu weit, die Aufgabe zu groß. Am liebsten würde der Hobbit zurück nach Hause, ins vertraute Auenland. Doch dann tritt Sam an seine Seite: „Ich kann auch nicht versprechen, dass er leicht wird. Aber ich kann neben dir gehen.“ Ein Dialog aus Mittelerde – mitten in der Bad Bevenser Dreikönigskirche.

Rund 500 Personen nahmen am 31. Oktober an dem Gottesdienst teil, der Motive aus J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ mit biblischen Texten und Fragen des eigenen Lebens verband. Moos und Blätter, besondere Lichtstimmungen und Musik verwandelten die Kirche in eine Landschaft zwischen dem friedlichen Auenland und dem bedrohlichen Mordor. Pastorin Carolin Luck und Pastor Johannes Luck hatten den Abend gemeinsam mit einem Team lange vorbereitet – von der Dekoration bis zur inhaltlichen Verbindung zwischen Fantasygeschichte und Reformationstag.

Auch manche Gäste hatten sich auf die Reise nach Mittelerde eingestellt und waren kostümiert gekommen. „Ich war letztes Jahr schon auf dem Harry-Potter-Gottesdienst und hatte mir den Termin für den diesjährigen Gottesdienst gleich notiert“, erzählt ein Besucher. Eine andere Besucherin sagt: „Einfach mal die Kirche anders erleben, sich verkleiden – darauf habe ich mich sehr gefreut.“

Was Mittelerde mit dem Glauben verbindet

Für Carolin Luck bot Tolkiens Geschichte zahlreiche Anknüpfungspunkte an den christlichen Glauben: die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach der eigenen Haltung und nach Werten, die das Zusammenleben prägen. „Freundschaft, Mut, anderen zu helfen“ und „immer an das Gute zu glauben“ gehörten für sie dazu. Das eigene Leben mit anderen zusammen zu gestalten, sei auch ein Thema, das in der Kirche immer wieder eine Rolle spiele.

Wie gut die Verbindung für Fans funktionieren konnte, beschrieb eine als Elbe verkleidete Besucherin: „Ich fand Herr der Ringe schon immer toll und auch Elben schon immer. Die Idee, das in einem Gottesdienst zu zeigen, fand ich ganz bezaubernd.“

Eine Spielszene führte zunächst zum Rat von Bruchtal. Im Mittelpunkt lag der Ring als Sinnbild einer Macht, die Kontrolle verspricht und Zerstörung bringt. Ihm gegenüber standen keine unbesiegbaren Helden, sondern Figuren, die ihre Grenzen kannten. Frodo erklärte sich dennoch bereit, den Ring zu tragen: „Ich werde gehen. Auch wenn ich den Weg nicht kenne.“ Sam und weitere Gefährten schlossen sich ihm an.

„Es ist mutig, zu seiner Angst zu stehen.“

Pastor Johannes Luck

Reformationstag: Was Luther und Mittelerde verbindet

Unter dem Auge Saurons: 500 Menschen feierten in der mit Licht und Grün in Mittelerde verwandelten Dreikönigskirche in Bad Bevensen den „Herr der Ringe“-Gottesdienst zum Reformationstag. (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Die Szene gab das Thema des Abends vor: Hoffnung entsteht dort, wo Menschen einander beistehen. In einer anschließenden Klangcollage begegnete Frodos Angst den biblischen Zusagen aus Jesaja und Psalm 23. Sam brachte den Gedanken des gemeinsamen Weges auf den Punkt: „Und wenn du die Hoffnung verlierst, hoffe ich eine Weile für dich mit.“

Johannes Luck griff in seiner Predigt die Erfahrung auf, plötzlich einen Weg gehen zu müssen, den man sich nicht ausgesucht hat. Eine Krankheit, eine zerbrochene Beziehung, der Tod eines geliebten Menschen oder Überforderung in Schule und Beruf könnten das vertraute Leben verändern. Niemand bekomme zu Beginn seines Lebens eine Karte, auf der schon alles eingezeichnet sei.

Frodos Eingeständnis „Ich habe Angst“ versteht Luck deshalb nicht als Schwäche. „Es ist mutig, zu seiner Angst zu stehen“, sagte er. Auch die biblischen Ermutigungen versprächen kein Leben ohne dunkle Täler. Gottes Zusage laute vielmehr: „Du musst da nicht allein durch.“

Dafür stehe Sam. Er könne Mordor nicht verschwinden lassen, aber bei seinem Freund bleiben. Im Alltag brauche es ebenso Menschen, die nachts ans Telefon gehen, sich dazusetzen, wenn Worte fehlen, und die Angst anderer aushalten. Darin sah Luck auch eine Aufgabe der Kirche: eine Gemeinschaft zu sein, „die nicht auf alles eine Antwort hat, sondern ein Stück des Lebens miteinander geht“.

„Geht mit der Gewissheit, dass ihr euren Wert nicht erst beweisen müsst.“

Pastorin Carolin Luck
Die Gefährten von Bad Bevensen: Pastor Johannes Luck (links) und Pastorin Carolin Luck (rechts) brachten gemeinsam mit ihren Mitwirkenden Tolkiens Mittelerde in die Dreikönigskirche. (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Lasten zurücklassen, Segen empfangen

Nach Spiel und Predigt machten sich die Besucherinnen und Besucher selbst auf den Weg durch Mittelerde. In den dunklen Hallen von Moria konnten sie Belastungen aufschreiben und symbolisch zurücklassen. Bruchtal wurde zum Rückzugsort, das Auenland zum Treffpunkt bei kleinen Speisen und Getränken. An einer Fotostation entstanden Erinnerungsbilder mit Gewändern und Accessoires.

Unter dem Weißen Baum Gondors empfingen Menschen einen persönlichen Segen. Ein Kronenstempel auf der Hand erinnerte an die Würde jedes Menschen. Die Segensworte verbanden diese Zusage mit Ermutigung und Verantwortung: „Er schenke dir Mut, dein Leben zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam mit den Menschen, die dich begleiten.“

„Mut für den nächsten Schritt“: An der Fotostation beim „Herr der Ringe“-Gottesdienst in Bad Bevensen entstanden Erinnerungsbilder mit einer ermutigenden Botschaft. (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Von der Dunkelheit ins Licht

Ob Martin Luther „Der Herr der Ringe“ gemocht hätte? Da wollte sich Carolin Luck nicht festlegen. Eine Verbindung sah sie aber in der Auseinandersetzung mit Angst und Dunkelheit. Auch Luther habe nach Wegen gesucht, damit umzugehen und zum Licht zurückzufinden. Diesen Weg „von der Dunkelheit ins Licht“ habe das Team im Gottesdienst aufgenommen.

Zum Abschluss stand deshalb nicht der Triumph großer Heldinnen und Helden, sondern eine Zusage an alle, die sich auf ihren eigenen Weg machen müssen. „Geht mit der Gewissheit, dass ihr euren Wert nicht erst beweisen müsst“, lauteten die Segensworte. Die Krone, von der an diesem Abend die Rede war, sollte keine Macht über andere verleihen. Sie stand für eine Würde, „die euch niemand nehmen kann“.

Veranstaltungsdetails

Gemeinsam unterwegs in Mittelerde: Pastor Johannes Luck (vorne links) und Pastorin Carolin Luck gestalteten mit Konfirmand:innen den „Herr der Ringe“-Gottesdienst in der Bad Bevenser Dreikönigskirche. (Foto: Anne-Katrin Schwanitz)

Termin: Samstag, 31. Oktober 2026,  18 Uhr
Ort: Dreikönigskirche, Bad Bevensen (Pastorenstraße 1, 29549 Bad Bevensen)
 
Kontakt:
Pastor Johannes Luck
johannes.luck@evlka.de
058219768848
Instagram: @himmlisch.hygge