Nach 26 Jahren als Superintendent: Heiko Schütte in Soltau in den Ruhestand verabschiedet

Nachricht 03. November 2026

Mit einem großen Gottesdienst in der St.-Johannis-Kirche in Soltau ist Superintendent Heiko Schütte am 1. November 2026 aus seinem Amt im Kirchenkreis Soltau verabschiedet worden.

Regionalbischöfin Marianne Gorka entpflichtete ihn nach 26 Jahren als Superintendent. Zahlreiche Wegbegleitende, Kolleg:innen und Familienangehörige kamen, um ihm für sein langjähriges Wirken zu danken.

Einen solchen Einzug erlebt die St.-Johannis-Kirche in Soltau nicht alle Tage: Begleitet von rund 40 Pastorinnen und Pastoren,

Superintendent:innen und Vertreter:innen des Kirchenkreises zog Heiko Schütte gemeinsam mit Regionalbischöfin Marianne Gorka in die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche ein. Es war sein letzter Gottesdienst als Superintendent im aktiven Dienst. Nach 26 Jahren an der Spitze des Kirchenkreises Soltau beginnt für ihn nun der Ruhestand.

 „Und mittendrin sahst du zuerst die Menschen mit ihren Begabungen und Eigenheiten, ihren Ideen, Hoffnungen und Widerständen. Menschen, denen du mit hoher Wertschätzung und vertrauenswürdig begegnet bist.“

Regionalbischöfin Marianne Gorka

In ihrer Ansprache würdigte Regionalbischöfin Marianne Gorka vor allem Schüttes besonderen Blick für Menschen und ihre Möglichkeiten. „Du hast etwas von diesem Künstlerblick“, sagte sie. Wie ein Künstler, der in alten Dingen neue Möglichkeiten entdeckt, habe Schütte auch in seiner Arbeit immer wieder Potenziale erkannt. „Und mittendrin sahst du zuerst die Menschen mit ihren Begabungen und Eigenheiten, ihren Ideen, Hoffnungen und Widerständen. Menschen, denen du mit hoher Wertschätzung und vertrauenswürdig begegnet bist.“

Für Gorka ist diese Haltung ein wesentlicher Bestandteil guter Leitung: „Gute Leitung schafft Bedingungen, unter denen Menschen ihre eigene Gestalt finden und ihre Möglichkeiten entfalten können.“

26 Jahre Leitung im Kirchenkreis Soltau

In seiner 26-jährigen Amtszeit hat Heiko Schütte die Entwicklung des Kirchenkreises Soltau maßgeblich mitgestaltet. Ein sichtbares Beispiel ist das heutige Haus der Kirche in Soltau. Dort arbeiten verschiedene Einrichtungen und Dienste des Kirchenkreises unter einem Dach zusammen, darunter die Diakonie, das Familienzentrum und der Hospizdienst.

Schütte hatte dabei nicht nur die großen Strukturen im Blick. Die Gemeinden und die Menschen vor Ort lagen ihm ebenso am Herzen. Eine enge Verbindung pflegte er unter anderem zur Arabischen Christengemeinde. Auch die missionarische Arbeit war ihm ein wichtiges Anliegen – sowohl im Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Hermannsburg als auch bei der Arbeit von Kirche unterwegs im Südsee-Camp.

Pastor Frank Blase aus Bispingen erinnerte daran mit einem Satz, den Schütte häufig vertreten habe: „Kirche ist missionarisch oder sie ist nicht Kirche.“ Dieser Anspruch habe sich durch sein Reden und Handeln gezogen, betonte Blase, der gemeinsam mit Pastor Axel Stahlmann aus Bergen bis Ende Dezember die Vertretung in der Kirchenkreisleitung übernimmt.

Wie die Leitung des Kirchenkreises Soltau ab Januar 2027 organisiert wird, soll die Kirchenkreis-Synode in den kommenden Wochen beschließen.

Dank für Verantwortung und Verbundenheit

Regionalbischöfin Marianne Gorka richtete den Blick auch auf den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt: „Du gibst das Leitungsamt ab. Du musst nicht mehr für alles einen Blick haben, so viele Fäden zusammenhalten und für jede Entwicklung im Kirchenkreis mitverantwortlich sein.“

Zugleich dankte sie Schütte für seinen langjährigen Dienst: „für deine Verantwortung, deine Beharrlichkeit, deinen Blick für Menschen, deinen theologischen Sinn und deinen Feingeist.“

Auch seine Frau Sabine und die beiden Kinder wurden in die Dankesworte einbezogen. Denn ein Dienst wie der eines Superintendenten betrifft nicht nur den Menschen im Amt, sondern auch die Familie. Das unterstrich Heiko Schütte selbst in seiner Dankesrede: Ein solcher Weg lasse sich nicht allein gehen. Es brauche die Unterstützung der Familie und Gottes Beistand.

Der Kirchenkreis Soltau wünscht Heiko Schütte für seinen Ruhestand eine gesegnete und erfüllte Zeit. Gottes Segen möge ihn auf allen neuen Wegen begleiten.

Das Amt des Superintendenten

Superintendent Schütte nach seiner Entpflichtung (Foto: Jenny Eisbein)

Superintendentinnen und Superintendenten leiten die Kirchenkreise der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Sie werden zunächst für zehn Jahre gewählt. Eine Verlängerung der Amtszeit ist nach den kirchenrechtlichen Regelungen möglich.

  • Amtszeit (Heiko Schütte): 26 Jahre als Superintendent des Kirchenkreises Soltau
  • Leitung: Verantwortung für die Entwicklung und Leitung des Kirchenkreises
  • Kirchliche Infrastruktur: Mitgestaltung des heutigen Hauses der Kirche in Soltau, in dem verschiedene kirchliche und diakonische Dienste zusammenarbeiten
  • Gemeindeleben: Enge Verbundenheit mit den Kirchengemeinden, darunter der Arabischen Christengemeinde
  • Mission und Ökumene: Engagement für das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Hermannsburg und die Arbeit von Kirche unterwegs im Südsee-Camp
  • Abschied: Entpflichtung und Verabschiedung am 1. November 2026 in der St.-Johannis-Kirche in Soltau

Über den Kirchenkreis Celle

Der Kirchenkreis Soltau gehört zum Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er umfasst zehn Kirchengemeinden mit rund 35.000 Kirchenmitgliedern und 16 Kirchen und Kapellen. Eine Besonderheit ist die Militärkirchengemeinde in Munster – die einzige ihrer Art in Deutschland.

Die Region ist kirchlich und gesellschaftlich geprägt von der Hermannsburger Erweckungsbewegung, den Truppenübungsplätzen und der Bundeswehr, der Gedenkstätte Bergen-Belsen sowie dem Tourismus in der Lüneburger Heide.

Kirchenkreise Celle, Soltau und Walsrode planen Zusammenschluss

Die drei Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Celle, Soltau und Walsrode wollen künftig enger zusammenarbeiten und ihre Strukturen in einem gemeinsamen Kirchenkreis bündeln. Ziel ist es, die kirchliche Arbeit angesichts sinkender Mitgliederzahlen, gesellschaftlicher Veränderungen und knapper werdender personeller und finanzieller Ressourcen langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Die Zusammenarbeit hat bereits eine längere Tradition: Seit 2010 gibt es mit dem Kirchenamt Celle eine gemeinsame Verwaltung für alle drei Kirchenkreise. Sie betreut rund 133.000 Kirchenmitglieder in 55 Kirchengemeinden.

Mit der geplanten Fusion soll die Zusammenarbeit auch auf der Leitungsebene und in den kirchlichen Strukturen weiterentwickelt werden. Dabei geht es darum, Kräfte und Kompetenzen zu bündeln und zugleich die kirchliche Arbeit in den Gemeinden vor Ort zu stärken.

Die drei Kirchenkreise gehören weiterhin zum Sprengel Lüneburg. Die konkreten Schritte und die Ausgestaltung des Zusammenschlusses werden in den zuständigen kirchlichen Gremien beraten und beschlossen.

zur Webseite des Kirchenkreises Soltau

Über den Sprengel Lüneburg

Zum Sprengel (Kirchenbezirk) Lüneburg gehören zehn Kirchenkreise. In den 220 Kirchengemeinden mit rund 470.000 Gemeindegliedern sind 350 Pastorinnen und Pastoren tätig.

Die geistliche Leitung und den bischöflichen Dienst im Sprengel nimmt seit Februar 2024 Regionalbischöfin Marianne Gorka wahr. Sie vertritt den Sprengel in der Öffentlichkeit und ist über den Bischofsrat beteiligt an der gesamtkirchlichen Leitung der Landeskirche Hannovers. Regelmäßige Predigtstätte der Regionalbischöfin ist die Lüneburger St.-Johannis-Kirche.