Eines Tages stand er einfach da – ein kleiner Tonengel auf der Treppe meines ersten Pfarrhauses. Sofort hatte ich eine Ahnung, von wem er wohl kam: von jemandem, der spürte, dass ich gerade einen Engel gut gebrauchen konnte.
Ich habe ihn Gérard genannt. Mit seiner großen Knollennase und dem runden Bauch reist er seit Jahren mit mir mit. Und jedes Mal, wenn ich ihn auspacke, breitet er die Arme aus – als wollte er sagen: Gott geht jeden deiner Wege mit.
Gerade jetzt, in der Advents- und Weihnachtszeit und am Übergang ins neue Jahr, berührt mich das besonders.
Denn die wahren Engel sind oft die Menschen um uns herum: diejenigen, die uns besuchen, schreiben, pflegen, aufmerksam begleiten. Jene, die darauf achten, dass niemand zu kurz kommt – weder in unserer Gesellschaft noch im eigenen Leben.
Ein Kindergartenkind aus unserer Gemeinde hat es einmal wunderbar auf den Punkt gebracht. Verena malte mir ein Bild und schrieb darüber:
„Ein Engel braucht man. Ohne Engel ist gar nichts.“
Wie recht sie hat.
Ich wünsche Ihnen und euch solche Engel – in dieser Zeit und durch das ganze neue Jahr hindurch.